Mangelnde Aufbruchstimmung: Das ist den Befürwortern einer Fusion beider Basel knapp zwei Monate vor der Volksabstimmung vom 28. September vorgeworfen worden. Die Baselbieter CVP-Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter engagiert sich an vorderster Front für die Kantonsfusion und ärgert sich über derlei Vorwürfe. Sie frage sich ernsthaft, wem es an Aufbruchstimmung mangle.

Die Befürworter legten ein zukunftsweisendes Projekt vor: Nach einem Ja am 28. September würde nämlich ein Verfassungsrat prüfen, welche Vor- und Nachteile eine Fusion beider Basel hätte. Selbst wenn es letztlich doch keine Fusion gebe, werde dieser zweistufige Prozess den beiden Kantonen Schub verleihen, ist Schneider überzeugt.

Schneiders Spitze gegen Kämpfer

Demgegenüber würden die Fusionsgegner keinerlei Perspektiven präsentieren, wie sich der Landkanton, der sich in finanzieller Not befinde, nach einem allfälligen Nein weiter entwickeln soll. Schneider-Schneiter kritisiert auch den "fehlenden Mut" der Baselbieter Regierung, die in ihrer Mehrheit eine Fusion der beiden Basel nicht einmal prüfen wolle. "Wer nicht bereit ist zu Veränderungen, verliert auch das, was er bewahren will", sagt die CVP-Nationalrätin und fährt damit Kolleginnen und Kollegen aus dem bürgerlichen Lager an den Karren.

Auch ärgert sich Schneider darüber, dass die Fusionsgegner versuchten, das patriotische Gedankengut für sich zu pachten. Sie tun so, als wären sie alleine echte Baselbieter. "Mir muss aber niemand erzählen, was Heimatliebe ist", sagt die 50-jährige Biel-Benkemerin, deren Familie seit Generationen im Baselbiet verwurzelt ist. Eine solche Verwurzelung könne SVP-Landrat und Vordenker der Fusionsgegner Oskar Kämpfer nicht vorweisen.

Schneider präsentiert im Interview zudem einen brisanten Vorschlag für die Zukunft des städtisch orientierten Unterbaselbiets nach einem allfälligen Nein des Landkantons am 28. September.

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