Zusammen mit seiner Lebenspartnerin wollte er in seinem Chalet in Adelboden, welches eben erst liebevoll renoviert wurde, schöne Tage fern des Alltags verbringen. Sein Tod ist eine für uns alle unfassbare Nachricht.

Reinhold Tschopp, geboren am 24. Dezember 1955, leitete seit 1986 zusammen mit seinem Bruder Rolf die Metallveredelungsfirma Rero AG in Waldenburg, ein 1882 gegründetes Familienunternehmen. Seit Oktober 1993 führte er erfolgreich deren Geschäfte als Präsident und Delegierter des Verwaltungsrates. Ebenfalls seit 1993 war Reinhold Tschopp Mitglied des Verwaltungsrates des regionalen Energieversorgers Elektra Baselland (EBL), bevor er 1998 zum Präsidenten gewählt wurde.

Reinhold Tschopp war in dieser über 20-jährigen Verwaltungsratstätigkeit massgeblich für die strategische Entwicklung und die Profilierung der EBL verantwortlich. Als Macher mit zukunftsgerichtetem Spirit unterstützte er zusammen mit seinem Verwaltungsratskollegen gezielt und umsichtig die innovativen Projekte der EBL Geschäftsleitung. Der krisenerprobte Manager mit seinem stattlichen Erscheinungsbild überzeugte als fordernder Chef mit kollegialem Führungsstil und war eine Inspiration sowie ein gewissenhafter Sparringspartner bei wichtigen Entscheidungen. Nachhaltiges und ökologisches Denken und Handeln standen immer im Vordergrund seines Wirkungskreises, was sich in der Ausprägung der EBL stark offenbart.

Reinhold Tschopp war kein Mann der langen Reden, sondern überzeugte mit seiner klaren, intelligenten und fokussierten Art. Vor allem in Verhandlungen bewies er durch seine besonnene Weise, dass er ein guter Zuhörer war und brachte in seinen Resümees die Fakten auf den Punkt.

Als integrer und souveräner Patron war es ihm ein grosses Anliegen, die Verantwortung für sein Handeln jederzeit zu übernehmen. Diese Gradlinigkeit stellte er dieses Jahr in der Angelegenheit «Frenkeverschmutzung» bei seiner Unternehmung in Waldenburg unter Beweis, als er klar kommunizierte: «Sollte sich bestätigen, dass wir die Verursacher sind, übernehme ich die volle Verantwortung».

Von seinen Freunden wurde er liebevoll «Böppel» genannt. Sie kannten ihn als geselligen, grosszügigen und humorvollen Menschen, der sein Herz am richtigen Fleck trug. Unvergesslich bleiben die Feste, die wir gemeinsam mit ihm feiern durften. Seine Passion galt dem Wasser und der Schifffahrt. In seinen aktiven Jahren war er selbst ein begnadeter Segler, Tennisspieler und stand dem Militärschützenverein als Vorstandsmitglied sehr nahe.

Wir verlieren mit ihm nicht nur einen verantwortungsbewussten und jederzeit loyalen Verwaltungsratspräsidenten, sondern auch einen bodenständigen, glaubwürdigen und fröhlichen Freund, der uns sehr fehlen wird.

* Geschäftsleiter Elektra Baselland