Aesch treibt die Entwicklung seines nördlichsten Ortsteils voran. Die Pläne der Gemeinde sehen vor, dass in Aesch Nord Wohnraum für rund 1000 neue Einwohner entsteht, ebenso wird Infrastruktur für rund 1500 zusätzliche Arbeitsplätze erstellt. 

Blickfang des Gebiets, das heute von Gewerbe dominiert wird und noch zahlreiche unbebaute Flächen aufweist, sollen dereinst drei Hochhäuser sein, bis zu 55 Meter hoch, in Stapelbauweise erstellt und mit begrünter Fassade. Als Beispiel dient das 2014 in Mailand abgeschlossene Projekt «Bosco Verticale» («vertikaler Wald»); in dessen Rahmen wurden zwei begrünte Hochäuser erstellt. 

Im südlichen Teil sind zwei pyramidenförmige Gebäude vorgesehen, vor ihnen ein künstlicher See in der Grösse von mehreren Fussballfeldern. Dieser soll auch als Regenwasser-Reservoir genutzt werden. Bei allen Neubauten ist eine Mischnutzung vorgesehen: gewerbliche Nutzung im Sockel – in den oberen Gebäudeteilen Wohnungen. 

«Wir haben grosse Freude am Modell», sagte Aeschs Gemeindepräsidentin Marianne Hollinger am Dienstag bei der Präsentation desselben in der Verwaltung. «Wir wollen aber auch, dass es nun umgesetzt wird.»  

«Aesch hat noch Platz»

Für die Areal-Entwicklung hat die Gemeinde Fankhauser Immobilienentwicklungen beauftragt. Inhaber Hans-Jörg Fankhauser sagte bei der Präsentation, die Nachfrage nach derartigen Immobilien und Flächen sei da, gerade in der Agglomeration Basel. «Aesch liegt sehr gut, in der Nähe von Basel und den grossen Unternehmen und des Flughafens. Und hier hat es noch Platz, im Gegensatz zu anderen Gemeinden.»

Fankhauser sieht in Aesch Nord eine «ausseruniversitäre Forschungsarea» sowie ein «interdizisplinäres Med-Tech Netzwerk-Gelände» vor, wo sich die Funktionen Wohnen, Arbeiten und Forschung vermischen. Dies entspricht laut dem Architekt einem internationalen Trend. Mit den begrünten Hochhäusern und dem See könne man den Talenten, welche sich dereinst in Aesch Nord niederlassen sollen, eine ideale Umgebung bieten. 

Life Sciences als Motor

Als Wunsch-Branchen für anzusiedelnde Firmen nannte Fankhauser Life Sciences, Clean Tech, Kreativ-Wirtschaft sowie Informations- und Kommunkationstechnologie. Dass die Nachfrage nach Liegenschaften in diesen Branchen gross sei, beweise etwa der Erfolg des Tech-Centers im benachbarten Reinach: dort seien fast alle Flächen ausgebucht. 

Als Zeithorizont für den Bezug der drei Hochhäuser und der anderen neuen Gebäude nannte Fankhauser fünf Jahre. Schon in zweieinhalb Jahren könnte als erstes mit dem Aushub des Sees begonnen werden. 

Volk muss Quartierpläne absegnen

Zuvor müssen die Pläne jedoch noch von der Gemeindeversammlung abgesegnet werden: Von ihr braucht es die Zustimmung zu den drei Quartierplänen. Danach werde der Studienauftrag für die Gebäude ausgeschrieben, sagte Fankhauser, und nach Investoren gesucht.

Bereits abgesegnet hat die Arealentwicklung der Gemeinderat, und von der Baselbieter Regierung wurde Aesch Nord als Arbeitsplatz-Standort von kantonaler Bedeutung klassifiziert. 

Rasch voran geht es auch mit der Anbindung an die Verkehrsinfrastruktur: Bereits Ende 2016 plant der Kanton den Spatenstich für den neuen Direktanschluss des Gebiets an die Autobahn 18. Dieser wird voraussichtlich bis 2019 fertig.