Ein nicht ganz unbekannter Zeitgenosse aus Ormalingen ist entsetzt. Mitte Woche hat die Elektra Baselland (EBL) mittels Flugblatt angekündet, dass der Strom übernächsten Samstag von 13 bis 19 Uhr abgestellt wird. Besagter Zeitgenosse kritisiert: «Ich kann meinen Computer und meinen Fernseher nicht nutzen, die Hitze setzt meinem Tiefkühler zu. So eine Abschaltung soll man nachts machen, solange es kein Notfall ist. Und das ist es ja nicht.»

Norbert Bäckert, Mitglied der Geschäftsleitung Netz bei der EBL, erklärt, dass die Abschaltung nötig sei, weil eine Trafostation erneuert und erweitert werden müsse. Dies, weil in deren Einzugsbereich eine grössere Photovoltaik-Anlage entstanden sei, die ohne den Trafo-Umbau nicht ans Netz angeschlossen werden könnte. Und er fügt an: «Die EBL ist sich der Unannehmlichkeiten bewusst, die die Stromabschaltung verursacht und versucht alles, diese so kurz wie möglich zu halten. Die auf dem Flugblatt angegebene Zeit ist als Maximum zu verstehen.»

Altersheim mit Notstrom

Laut Bäckert sind 160 Anschlüsse in der 2200-Seelen-Gemeinde von der Abschaltung betroffen, darunter auch das Alters- und Pflegeheim. Dort werde aber die stromlose Zeit mit einem Notstromaggregat überbrückt. Wieso macht man die Trafo-Arbeiten nicht nachts? Bäckert: «Das wäre grundsätzlich möglich. Aber bei Dunkelheit kein Licht im Haus zu haben, wäre für viele Kunden problematischer.»

Solche geplanten Stromabschaltungen wie jetzt in Ormalingen haben Seltenheitswert.  Durchschnittlich komme das ein- bis zweimal jährlich vor, sagt Bäckert. Die letzten – ungeplanten – Stromunterbrüche im Versorgungsgebiet der EBL habe es bei Stürmen Anfang Jahr gegeben. Bäckert verweist in diesem Zusammenhang auf die Statistik: 2017 seien die EBL-Kunden durchschnittlich 9,85 Minuten ohne Strom gewesen, davon seien 2,84 Minuten auf geplante Unterbrechungen zurückzuführen. Der Durchschnitt in der ganzen Schweiz betrage 19 Minuten für ungeplante respektive 10 Minuten für geplante Unterbrechungen.

Der Ormalinger Gemeindepräsidentin Verena Schürmann sind keine Reklamationen wegen der Stromabschaltung bekannt. Sie sagt: «Ich war auch überrascht, als ich davon hörte. Aber irgendwann muss man die Arbeiten machen. Und wenn nicht an einem Samstagnachmittag, an dem nicht so viele betroffen sind, wann dann?»