Angst, den Arlesheimer Dom zu betreten, muss niemand haben. «Aber mittelfristig besteht die Gefahr, dass kleine Deckenstücke herunterstürzen könnten», sagt Walter Niederberger, stellvertretender Leiter der Kantonalen Denkmalpflege.

Im Bild an der Decke des Rokoko-Gebäudes habe man Risse festgestellt. Deshalb arbeitet eine Arbeitsgruppe aus Vertretern der Denkmalpflege, der katholischen Kirchgemeinde Arlesheim, Sanierungsexperten und Architekten ein Sanierungskonzept aus. Seit den 1930er-Jahren ist die Gipsdecke mehrmals mit Schrauben befestigt worden, zuletzt in den 80er-Jahren.

«Unser Ziel ist, möglichst keine Schrauben mehr zu verwenden», sagt Niederberger. Infrage käme das Einspritzen von Mörtel. Die Risse in der Decke könnten durch Erschütterungen der läutenden grossen Domglocke entstanden sein. Diese soll im Zuge der Sanierung eine gedämpftere Aufhängung erhalten. Zudem müssen Sandsteinbodenplatten im Chor restauriert werden.

Unterstützung wie in den 80ern

Wie gründlich die Sanierung sein wird, hängt unter anderem davon ab, wie viel Geld zur Verfügung steht. Zurzeit ist die Arlesheimer Kirchgemeinde am Abklären, wer welche Beiträge leistet. «Wir hoffen - wie bei der Fassadenrenovation vor einigen Jahren - auf die Gemeinde Arlesheim, auf den Kanton, den Bund und gewisse Stiftungen», sagt Alois Schmidlin, Bauchef der Kirchgemeinde.

Arlesheim und der Kanton seien immer grosszügig gewesen, sagt er mit Blick auf die Renovationen vor einigen Jahren und Anfang der 1980er-Jahre. Niederberger sieht «ein gewisses Fragezeichen», ob der Kanton angesichts seiner Finanznot Gelder für die Dom-Sanierung so automatisch sprechen werde wie bisher. Schmidlin hingegen ist überzeugt, dass Liestal einen Betrag sprechen wird. «Die Politiker sagen uns immer wieder, der Dom sei das schönste Gebäude im Kanton.» Der Bund werde die Sanierung des Doms, den er selber als schutzwürdig klassiert hat, mitfinanzieren. Zudem gebe es sehr wahrscheinlich Geld von einer Stiftung, die Schmidlin nicht namentlich nennen will.

Schöner Dom zieht Kirchgänger an

Wie viel Geld so insgesamt zusammen kommt, kann Schmidlin nicht voraussagen. Sicher ist nur: Was dann noch nötig ist, um die Sanierung umzusetzen, muss die Kirchgemeinde selber übernehmen. Sanierungsbeginn wäre nächstes Jahr.

Trotz all der Sanierungskosten sieht Schmidlin den Dom als Gewinn für seine Gemeinde. «Wir haben eine so volle Kirche», sagt er. «Dabei spielt unser Gebäude sicher eine Rolle.»