Münchenstein behält seinen Ortsbus. Der Testbetrieb der Linie 58 wurde im Dezember 2014 nach einer erfolgreichen Petition der SP aufgenommen. Vorher wurde die Linie wegen zu tiefer Auslastung aus dem kantonalen öV-Programm gestrichen. Das hat sich zwischenzeitlich geändert. Der 58er, der zwischen Birshof-Klinik und Schlossmatt verkehrt, ist mittlerweile der bestausgelastete der drei Ortsbusse im BLT-Netz. Im vergangenen Jahr nutzten 186'064 Passagiere den 58er und legten 265'953 Personenkilometer zurück. Die wichtigsten Fahrziele sind das Altersheim Hofmatt und die Gartenstadt.

Fingerzeig an den Kanton

«Es brauchte mehrere Anträge, bis dieser Bus zum Erfolg wurde», meinte SP-Sprecher Adil Koller. Das sei auch ein Fingerzeig an den Kanton. «In schlecht genutzte öV-Linien muss man auch mal investieren.» Das wurde gemacht, indem Streckenführung und Fahrplan optimiert wurden. Die Buslinie bietet Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn und den Tramlinien 10 und 11. Die Erfolgsgeschichte des 58ers hat auch ehemalige Skeptiker umgestimmt. «Wir waren anfangs die grössten Gegner», so SVP-Präsident Stefan Haydn. «Dieser Bus dient aber der Bevölkerung und der darf auch was kosten.»

Den Vorschlägen von SP-Präsident Dieter Rehmann, die Linienführung zu modifizieren und allenfalls bis zum Viertelkreis beim Leimgrubenweg in Basel zu verlängern, wurde aber mit viel Skepsis begegnet. Rehmann erörterte die Möglichkeit, die Buslinie ab Birshof-Klinik zur Erschliessung des Dreispitz-Areals zu nutzen. Daran könne allenfalls auch Basel-Stadt Interesse haben und sich finanziell beteiligen. Davor warnte Alt-BLT-Direktor Paul Messmer. Heute würde der Bus mit einem Fahrzeug und einem Chauffeur betrieben. Sobald das nicht mehr möglich sei, zeitige das extreme Kostenfolgen. Der Betrieb kostet heute rund 450'000 Franken pro Jahr. Dem stehen Einnahmen von 110'000 Franken gegenüber. «Der Kostendeckungsgrad von 25 Prozent ist ziemlich hoch», so Gemeinderat Lukas Lauper (SP). Der Fortbetrieb des 58ers wurde von der Gemeindeversammlung ohne Modifikationen einstimmig genehmigt.

Parkierreglement ausgedehnt

Das anfangs umstrittene Parkierreglement der Gemeinde entpuppt sich ebenfalls als Erfolgsgeschichte. Nach einem Antrag von Anwohnern aus dem Bruckfeld an der Gemeindeversammlung im September unterstehen nun auch die Strassenzüge Schulstrasse, Grubenstrasse, Rosenstrasse, Gartenstrasse und Dammstrasse dem Reglement. Der Gemeinderat nutzte den Antrag auch, um die Buchenstrasse bei der Industrie Au in das Parkierreglement aufzunehmen.