Die «Meitli» kamen erst viel später zu ihrem Recht. Wenn von den Schülerinnen und Schülern die Rede war, die Theodor Strübin bei der Ausgrabung der römischen Villa zur Hand gingen, wurden diese zunächst ausschliesslich die «Munzachbuebe» genannt. 1950 löste der Liestaler Primarlehrer einen regelrechten Römer-Boom in der Region aus, als er an Liestals Stadtrand die Überreste der Römervilla Munzach freizulegen begann, auf die man im Rahmen einer Quellfassungssanierung gestossen war. «Die Begeisterung, die dieser Jahrhundertfund damals in der Bevölkerung auslöste, lässt sich heute nur noch erahnen. Mit Bussen wurden die Schaulustigen zur Ausgrabungsstätte gebracht und lauschten dort gespannt den Worten des Ausgrabungsleiters», berichtet Timo Bertschin, Vorstandsmitglied der 1998 wiederbelebten Munzachgesellschaft, die sich dem Erhalt dieses regionalen Kulturerbes verschrieben hat.

Die Ausgrabung der römischen Villa Munzach in Liestal 1950 war eine öffentliche Sensation. Theodor Strübins Schülerinnen und Schüler waren daran tatkräftig beteiligt.

Die Ausgrabung der römischen Villa Munzach in Liestal 1950 war eine öffentliche Sensation. Theodor Strübins Schülerinnen und Schüler waren daran tatkräftig beteiligt.

Die Ausgrabung der römischen Villa Munzach in Liestal 1950 war eine öffentliche Sensation. Theodor Strübins Schülerinnen und Schüler waren daran tatkräftig beteiligt.  

 

Stolz, dabei gewesen zu sein

Am 27. September 1957 setzte die «Basellandschaftliche Zeitung» über einen Artikel zur Munzachgesellschaft den Titel «Munzach lebt». Ziemlich genau 60 Jahre später hat der Verein einige der noch lebenden «Munzachbuebe» – und eben auch «Munzachmeitli» – anhand von alten Bildern identifiziert und zum «Klassentreffen» eingeladen. Was an diesem Anlass aus all den Diskussionen, dem Kramen in Erinnerungen und dem Herzeigen von alten Fotografien und Zeitungsartikeln sprach, war dieselbe Begeisterung von damals, aber auch der Stolz, an so einem bedeutenden Projekt beteiligt gewesen zu sein. Den Auftakt zur Veranstaltung bildete eine kleine Theaterszene aus dem neuen Lehrmittel für Latein der Lateinklasse des Basler Vogesenschulhauses unter der Leitung von Julia Klebs. Anschliessend begingen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erstmals nach fast sieben Jahrzehnten wieder das frühere Ausgrabungsgelände, neben dem heute die Psychiatrie Baselland steht.

Zu ihrem 20-jährigen Bestehen und dem 30. Todestag von Theodor Strübin wird die Munzachgesellschaft 2018 eine Ausstellung zur Entdeckung der Villa und den Munzachkindern organisieren. Diese wird im Dichter- und Stadtmuseum in Liestal stattfinden. (bos)