Murat Yakin hat zwar als Sion-Trainer den unsichersten Job im Fussballbusiness. Sollte ihn der wankelmütige Vereinspräsident Christian Constantin aber absägen: Yakin fiele sanft. Er hat sich ein Portfolio an Immobilien aufgebaut, das er selber nicht mehr überschaut. «So genau kann ich nicht sagen, wie viele Häuser ich habe», sagt er auf Anfrage der «Schweiz am Wochenende». «Ich kaufe und stosse die ganze Zeit ab.»

Nun hat Yakin erneut zugeschlagen. Er hat sich gemeinsam mit seinem Bruder Hakan Yakin und seinem Halbbruder Ertan Irizik in Grellingen eine Parzelle gekauft. 2506 Quadratmeter ist das Grundstück gross und liegt an der Nunningerstrasse ausgangs Dorf. Geplant sind rund 25 Wohnungen. Eine Einzimmerwohnung, der Rest Zweieinhalb- bis Viereinhalbzimmerwohnungen. Preislich lägen diese im mittleren Segment. Die Wohnungen sollen spätestens bis Frühling 2021 bezugsbereit sein.

In Grellingen freut man sich über den neuen, prominenten Hauseigentümer. «Das sind gute Neuigkeiten», sagt Gemeindepräsident Alex Hein. «Noch besser wäre es natürlich gewesen, wenn er selber hierher gezogen wäre», sagt er mit einem Lachen.

Hein wertet die Investitionen in seiner Gemeinde aber positiv. Grellingen, das zumeist dann in den Schlagzeilen steht, wenn es um die hohen Sozialhilfekosten geht, arbeitet auf eine Imagekorrektur hin. Die Laufentaler Gemeinde will für Zuzüger attraktiver werden. Neue Quartierpläne würden derzeit entworfen – oder seien bereits ausgearbeitet worden. In der Nähe von Yakins neuer Liegenschaft ist auch eine neue Postautohaltestelle geplant.

Immobilien als Hobby

Für Yakin ist das Projekt Grellingen auch ein Wagnis. Sein Kerngebiet lag bisher in der Stadt. In Basel besitzt der frühere Bundesliga-Profi Häuser unter anderem an der Hardstrasse, an der Dornacherstrasse und an der Vogesenstrasse. Unlängst verkaufte er das historische Schifferhaus in Kleinhüningen für über fünf Millionen Franken.

Den Baselbieter Immobilienmarkt kennt er vor allem aus der Agglomeration. Yakin hat Immobilien in Münchenstein, wo er aufgewachsen ist, und in Reinach. Immerhin betritt er nicht ganz unbekanntes Terrain in Grellingen: Das Laufental sei ihm ebenfalls vertraut, sagt er, unter anderem vom Golfplatz in Zwingen.

In einem Interview mit der NZZ sagte Murat Yakin, dass die Immobilien sein Hobby geworden seien. Ein ertragreicheres notabene als Wertschriften und Aktien, wovon er nichts verstehe. Einst habe er eine Schlosserlehre angefangen, weswegen er mit Architektur mehr anfangen könne. Im Gegensatz zu Aktien sei ein Haus fassbar.