Normalerweise schlummern sie in unzugänglichen Depots irgendwo im Kanton, jetzt präsentieren sie sich für kurze Zeit im öffentlichen Scheinwerferlicht – die 50 archäologischen Vorzeigestücke aus der Baselbieter Vergangenheit. Dass es im Museum.BL in Liestal von morgen bis Mitte Oktober zu diesem Streifzug durch die Geschichte von der Altsteinzeit bis zur Neuzeit kommt, hat einen besonderen Grund: Die Archäologie Baselland feiert ihren 50. Geburtstag.

Deshalb stieg Ausstellungsmacher Andreas Fischer mit Mitarbeitern tief in die Depots und suchte unter den rund eine Million Fundobjekten 50 heraus, die er an der gestrigen Medienkonferenz so charakterisierte: «Sie sind nicht nur schön, sondern auch relevant.» Für die relevante Schönheit steht die goldene Mantelschliesse aus dem Frühmittelalter, für die unschöne Relevanz die Kalottenschlacke, die vom Eisenvorkommen im Baselbiet zeugt. Als kleine Kostprobe der Ausstellung stellen wir fünf Objekte vor.

Die erste Fundmeldung auf Kantonsgebiet ist aber nicht 50, sondern 570 Jahre alt. Damals hätten zwei Bauern in Pratteln einen Münzschatz entdeckt, erzählte Kantonsarchäologe Peter Marti. Dass die Archäologie jetzt ihren 50. Geburtstag feiert, hat mit der Person von Jürg Ewald zu tun. Er wurde 1968 angestellt, baute die Fachstelle auf und wurde später erster Baselbieter Kantonsarchäologe. Die Arbeit hat sich seither ziemlich verändert. Einerseits quantitativ: Vor 50 Jahren gab es im Kanton 830 archäologische Fundstellen, heute 3580. Andererseits von der Art der Einsätze: «Heute ist die Archäologie vor allem die Feuerwehr bei Bauprojekten», so Marti.