Das Fussball-Fest in Muttenz kann steigen. Der Vorstand des SV Muttenz hat an einer Sitzung am Donnerstagabend entschieden: Die Achtelfinal-Partie im Schweizer Fussball-Cup gegen den FC Basel findet zu Hause statt, auf dem Sportplatz Margelacker. Und: Der Verein will für das Schlagerspiel unter anderem eine zusätzliche Tribüne hinter einem der beiden Tore erstellen lassen, als Fankurve für die FC-Basel-Fans. Dazu SV-Präsident Manfred Wieland: «Wir planen eine Muttenzerkurve, also eine Fankurve mit Stehplätzen.»

Geht es nach den Plänen des Vereins, so steigt das Fassungsvermögen des Margelackers für das Spiel am Mittwoch, 28. Oktober (Anpfiff 19.30 Uhr), auf mindestens 5000 Zuschauer. Dafür wird die bestehende Haupttribüne seitlich verlängert, hinzukommen soll die erwähnte Tribüne hinter einer der beiden Grundlinien. Normalerweise ist das Heimstadion des interregionalen 2.-Ligisten für maximal 4500 Zuschauer zugelassen.

Ob die Stehrampe kommt, ist aber noch nicht sicher. Denn das Spielfeld wird von einer Leichtathletik-Bahn umrundet, und diese dürfe nicht stark belastet werden, sagt Muttenz’ Gemeindeverwalter Aldo Grünblatt: «Die Bahn ist für nationale Wettkämpfe zugelassen. Es ist nicht möglich, auf dieser eine Tribüne aufzustellen, die Bahnoberfläche könnte sonst Schaden nehmen.» Manfred Wieland zeigt sich für die provisorische Muttenzerkurve trotzdem zuversichtlich: «Wir müssen noch ein wenig hirnen und kreativ werden, wir finden aber sicher eine Lösung.»

Die Benutzungsbewilligung für die Sportanlage muss die Gemeinde noch ausstellen. Verwalter Grünblatt bezeichnet diese aber als «reine Formsache». Ein weiterer wichtiger Punkt für den Verein sind die Finanzen. Zuletzt war 2012 mit den Berner Young Boys ein Super-League-Vertreter auf dem Margelacker zu Gast. Damals sprang der Kanton mit 160 000 Franken ein, indem er die Kosten für den Grosseinsatz der Baselbieter Polizei erliess. Zusätzlich wurden 12 000 Franken aus dem Swisslos-Sportfonds gesprochen.

Ob der SV für dieses Spiel wieder mit einem Gebührenerlass rechnen kann, steht laut der Baselbieter Sicherheitsdirektion (SID) noch nicht fest. Bisher liege, schreibt die SID, kein entsprechendes Gesuch des Vereins vor.

Treffen mit Polizei

Ein Unterstützungsgesuch bereits erhalten hat die Gemeinde. Dieses wird der Gemeinderat am Mittwoch behandeln. «Denkbar ist», sagt Aldo Grünblatt, «dass die Gemeinde mit Material und Dienstleistungen aushilft, etwa bei der Reinigung, mit Absperrgittern oder dergleichen.» Keine Option sei der Einsatz von Zivilschützern. Ebenfalls kommende Woche steht laut SV-Präsident Wieland ein Treffen zwischen dem Club und der Baselbieter Polizei an.

Auf den Veranstalter wartet also noch viel Arbeit, bis das Derby wie erhofft stattfinden kann. Das tue der Vorfreude im Verein auf den 28. Oktober aber keinen Abbruch, sagt Manfred Wieland: «Vom Junior bis zum Senior – alle freuen sich schon auf dieses Jahrhundert-Spiel.»