«Ich habe eine Sauwolle auf die Gemeinde.» Stevie Brügger war wohl auch schon in besserer Stimmung. Er ist Präsident des Unterstützungsvereins «Out in the Green». Dieser organisiert das gleichnamige Openair in Allschwil, das am vorletzten Wochenende zum dritten Mal über die Bühne ging. Brügger fühlt sich zu wenig getragen von Allschwil.

«Wir stellen einen öffentlich-kulturellen Anlass auf die Beine, mit Gratiseintritt. Von der Gemeinde jedoch kommt nur wenig Unterstützung. Im Gegenteil: Man wollte uns dieses Jahr noch mehr Geld abknöpfen. Aber irgendwann reicht es.»

Geld für Gittter und Gebühren

Grund für Brüggers Unmut: Die Gebühren, welche die Verwaltung in Rechnung stellt. Sie seien in diesem Jahr stark gestiegen, sagt Brügger, laut ihm musste der Verein rund 3000 Franken einkalkulieren, für Bewilligungen, Absperrgitter, Signalisationen und so weiter. Brügger fragte bereits im vergangenen Jahr nach, ob man dem Anlass wenigstens einen Teil der Gebühren erlassen könne.

Der Gemeinderat habe dem Verein geantwortet, er dürfe die offiziellen Aushänge nutzen. Ausserdem biete man an, das Grusswort für das Programmheft zu verfassen. «Ich wäre schon glücklich gewesen», sagt Brügger, «wenn man von uns anstelle von 3000 Franken nur 2000 Franken verlangt hätte, als Zeichen der Wertschätzung. Und man uns nicht auch noch den letzten Cent aus der Tasche zieht.»

Anders sieht die Angelegenheit die Allschwiler Gemeindepräsidentin: «Ich bin ein wenig erstaunt über die Aussagen Brüggers», sagt Nicole Nüssli zur bz. «Grundsätzlich haben derartige Veranstaltungen keinerlei Anspruch auf Unterstützung durch die Gemeinde.» Trotzdem sei dem Verein auch in diesem Jahr unter die Arme gegriffen worden: Laut Nüssli erliess der Gemeinderat diverse Gebühren und gewährte dem Anlass eine Defizitgarantie in der Höhe von 1000 Franken. «Die Aussage, wir würden das Openair nicht wert schätzen, ist also nicht gerechtfertigt.»

Besonderen Groll hegt Brügger gegen die Verwaltung, weil sie dem Verein in diesem Jahr den Notstromgenerator in Rechnung stellen wollte – bisher sei dessen Benutzung kostenlos gewesen. Für die Ausgabe 2017, die vom 9. bis 11. Juni dauerte (Haupt-Act: Anna Rossinelli), habe man aber Bescheid erhalten, dass das Gerät 750 Franken Miete koste, Treibstoff nicht inklusive.

Generator nicht mehr gratis

Brüggers Verdacht: «Der Notstromgenerator muss in periodischen Abständen Langzeittests unterzogen werden. Man wollte uns den Test durchführen lassen und uns dafür auch noch Geld abnehmen.» 

Dem widerspricht Nüssli. «Es ist korrekt, dass wir den Notstromgenerator in den ersten beiden Jahren gratis zur Verfügung stellten.» Damals habe man die vorgeschriebenen Leistungstest terminlich mit dem Festival verbinden können, dies sei in diesem Jahr nicht mehr möglich gewesen. «Im Sinne der Gleichbehandlung aller Veranstalter und auch im Zusammenhang mit der neuen Gebührenordnung mussten wir Miete verlangen.» Doch auch in diesem Punkt habe man Rabatt gewährt. Der Generator hätte pro Tag 250 Franken gekostet – so viel betrage die Miete üblicherweise pro Stunde.

Trotzdem zog der Verein kurz vor dem Beginn des Openairs die Notbremse. Er verzichtete auf den Stromgenerator, ebenso auf fast alle anderen Leistungen der Gemeinde. Statt Absperrgittern kamen rot-weisse Plastikbänder zum Einsatz; die Fritteuse und die Hot-Dog-Maschine blieben unbenutzt, um Strom zu sparen. So kam der Verein auf einen noch dreistelligen Betrag, den er an die Verwaltung überweisen musste. 

Brügger bleibt aber dabei: Allschwil unterstütze das Openair zu wenig, so gehe es nicht mehr weiter. «Wir müssen nun über die Bücher. Vielleicht verlangen wir nächstes Jahr Eintritt.»