Mit Pauken und Trompeten wurde vor zehn Wochen die neue Manor in Liestal eingeweiht. Nach einem ersten Grossansturm ist es inzwischen ruhiger geworden. Zu ruhig? Davon will Elle Steinbrecher, Leiterin der Kommunikation bei Manor nichts wissen: «Es ist normal, dass das Interesse an einer neuen Manor in den ersten Wochen grösser ist und dann wieder leicht abflacht. Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem neuen Warenhaus in Liestal.» Bezüglich der einzelnen Abteilungen sei die Parfümerie besonders beliebt, während die Kleider-Sommerkollektion unter dem schlechten Wetter leide.

Ins gleiche Horn stösst Ursula Studer, Mitglied der Geschäftsleitung der Adler-Apotheke, die zusätzlich zu ihrem Liestaler Geschäft an der Rathausstrasse eine Filiale in der neuen Manor im Bücheli eröffnet hat. Am Anfang sei man dort fast überrannt worden, weil die Leute ihren Gwunder stillen wollten, jetzt pendle sich der Kundenstrom auf einem tieferen Niveau ein. Aber es sei nicht so, dass das Personal unterbeschäftigt sei.

Und Studer ergänzt aus Sicht ihrer langjährigen Verkaufserfahrung: «Einkaufsgewohnheiten sind etwas, das sich nicht von heute auf morgen, sondern nur langsam ändert.» Sie beobachtet eine gewisse Kundenverschiebung von der Apotheke an der Rathausstrasse zur neuen Filiale; es gebe aber auch viele neue Gesichter. Für Studer ist es klar zu früh, um Bilanz zu ziehen.

Coop verliert in Liestal

Das will man auch bei Migros Basel nicht. Deren Kommunikationsleiter Dieter Wullschleger sagt nur so viel auf die Frage, ob die Filialen in Liestal, Bubendorf und Füllinsdorf die Manor-Eröffnung spürten: «Wir schaffen an allen drei Standorten über Vorjahr und alle drei Geschäfte machen uns Freude.» Etwas anders tönt es bei Coop. Margret Bader von Coop Nordwestschweiz sagt, dass die Liestaler Filiale die Neueröffnung von Manor schon spüre. Doch das sei üblich bei einem solchen Projekt und im Normalfall kämen die Kunden wieder zurück.

In den Centern in Bubendorf und Frenkendorf hingegen seien keine Auswirkungen erkennbar. Der Geschäftsführer von Coop Liestal, Beat Gränicher, ergänzt, dass man vor allem bei der Mittagsverpflegung der Schüler verloren habe. Positiv sei dagegen, dass man dank Manor neue Gesichter im Stedtli sehen könne  – eine Beobachtung, die nicht alle teilen.

Zurück zu Manor: Auffallend ist, wie sich die Firma auf lokaler Ebene engagiert. So ist der Liestaler Direktor René Métrailler inzwischen der KMU-Arbeitsgruppe Einkaufszentrum Liestal beigetreten, in der sich übrigens auch Gränicher engagiert. Und Manor hat der Velostation Liestal, deren Kuriere auch Einkäufe von Manor-Kunden nach Hause bringen, einen Check über 10'000 Franken überreicht.