So explizit, wie die Nachricht am Dienstag die Runde machte, will Urs Winkelmann den Sachverhalt nicht bestätigen. Der Flugfeldleiter und Sprecher des Organisationskomitees verweist auf die ausstehenden nächsten Schritte. Noch steht also nicht endgültig fest, ob die Flugtage in Dittingen tatsächlich 2018 wieder aufleben werden. Dazu braucht es neben der Durchführungsbewilligung des Bundesamts für Zivilluftfahrt (Bazl) und diversen Nebenbewilligungen durch den Gemeinderat vor allem auch einen Grundsatzentscheid durch die Generalversammlung der organisierenden Segelfluggruppe Dittingen. Diese ist am 18. März vorgesehen.

Doch so, wie sich die momentane Stimmung in Dittingen präsentiert, spricht vieles dafür, dass 2018 nach dreijährigem Unterbruch die Flugtage wieder stattfinden werden. Den Ausschlag für die positive Prognose hat eine Informationsveranstaltung am 6. Februar gegeben, über die das «Regionaljournal» von SRF am Dienstag berichtete. Dort zeigte sich laut Winkelmann ein Grossteil der teilnehmenden Dorfbevölkerung einverstanden mit dem neuen Sicherheitskonzept, das für grössere Flugzeuge keine Flugroute mehr über das Dorf Dittingen vorsieht.

Dieses Konzept war im Nachgang zum tödlichen Unglück von 2015 von einer Arbeitsgruppe entwickelt worden. Der zuständige Gemeinderat Edi Jermann denkt, dass durch die Anpassung der sogenannten «Vorführachse» die Sicherheit der Flugtage «deutlich erhöht» werden könne. «Die grossen und schweren Flugzeuge fliegen nicht mehr direkt über das Dorf», bestätigt Winkelmann die Änderung, «wir verlegen die Vorführachse über den Wald.»

«Kritische Stimmen im Dorf gegenüber den Flugtagen und dem Flugplatz hat es schon immer gegeben und wird es immer geben», schränkt Jermann ein. Laut Aussage von Bazl-Vertreter Jörg Turnheer wird das Bundesamt die Durchführungsbewilligung verweigern, sollte sich innerhalb von Dittingen eine «grosse Bürgerbewegung» formieren, die sich gegen die Neuauflage der Flugtage stellt. Doch OK-Vertreter Winkelmann und Gemeinderat Jermann sagen übereinstimmend, dass es hierfür keinerlei Anzeichen gibt.

Dittingens Gemeindepräsidentin Regina Weibel möchte sich zum Thema nicht äussern, da sie als Vorstandsmitglied der Segelfluggruppe und OK-Präsidentin von 2015 in den Ausstand getreten ist. Ebenso möchte Weibel weder bestätigen noch dementieren, dass sie an einer künftigen Austragung erneut den OK-Vorsitz übernehmen wird.

Am Flugmeeting von Dittingen kam es zu einem schweren Unglück

Am Flugmeeting von Dittingen kam es 2015 zu einem schweren Unglück

Zwei Leichtflugzeuge kollidierten, ein Pilot starb, ein zweiter konnte sich retten.

Unfallbericht steht aus

Noch im vergangenen März präsentierte sich die Zukunft der Flugtage, die früher in der Regel alle zwei Jahre stattfanden, wesentlich fraglicher. Vereinsmitglieder, Dorfbevölkerung und Behörden standen unter dem Eindruck der tragischen Luftkollision, bei dem am 23. August 2015 ein Mitglied der deutschen Formationsfluggruppe Grasshoppers ums Leben gekommen war. Der Absturz einer Maschine mitten ins Dorf zerstörte einen Schopf an der Hauptstrasse, der Treibstoffverlust und die Notlandung des anderen beteiligten Grasshoppers-Flugzeugs richteten weitere Landschaftsschäden an. Laut Winkelmann streiten die beteiligten Versicherungsunternehmen noch immer um die Kostenübernahme dieser Schäden, eine entsprechende Schlichtungssitzung sei noch immer ausstehend.

Der damals zerstörte Schopf konnte indes wieder aufgebaut werden, da die Segelfluggruppe aus der eigenen Kasse dem Hausbesitzer entsprechende Geldmittel vorschoss. Unter dem Strich kam die Segelfluggruppe Dittingen 2015 trotz der tragischen Umstände finanziell in der Endabrechnung mit einer «schwarzen Null» davon, aber nur, «weil sich Sponsoren und Lieferanten solidarisch zeigten und teilweise auf Forderungen verzichteten», wie Winkelmann anfügt.

Auch in einer anderen Hinsicht kann der Unglücks-Jahrgang 2015 nicht abgehakt werden. Der Schlussbericht der Schweizerischen Sicherheitsuntersuchungsstelle (Sust) ist noch immer nicht erschienen. Auf Nachfrage der bz stellt die Sust die Publikation frühestens für diesen August in Aussicht. Gerade am Dienstag hätte eine Bereinigung des Unfallberichts stattfinden sollen, doch befindet sich der zuständige Untersuchungsleiter im Militärdienst. Ob aussergewöhnliche Gründe für die lange Dauer bis zur Publikation vorliegen, konnte der Stellvertreter Florian Reitz am Dienstag nicht sagen. Oft werden Schlussberichte innert eines Jahres publiziert. In der Regel enthalten diese neben der Rekonstruktion des Unfallhergangs eine Sicherheitsempfehlung.