Jetzt ist es offiziell: Der Kanton Basel-Stadt unterstützt die Fusion der beiden Basel. Am Neujahrsempfang der Basler Regierung hat Regierungspräsident Guy Morin dafür uneingeschränkten Applaus erhalten. Es ist ungewöhnlich, dass sich eine Regierung als Befürworterin einer Volksinitiative outet, bevor diese eingereicht ist. Morin kann sich aber sicher sein, dass eine grosse Mehrheit der Stadtbevölkerung hinter ihm steht.

Auch im Landkanton, wo die Meinungen geteilter sind, zeichnet sich ab, dass die Initiative mehrheitsfähig ist. Im bevölkerungsreichen Unterbaselbiet gibt es wenig kritische Stimmen. Die Umfrage der bz bei den Gemeindepräsidenten hat gezeigt, dass Basel-Stadt bereits heute ein guter Partner ist. Keine Frage: Die Gegner einer Kantonsfusion werden es auch im Baselbiet schwer haben.

Die Abstimmung über die Fusionsinitiative ist noch nicht wirklich entscheidend. Wichtiger wird nachher der Fusionsprozess und die Ausarbeitung der neuen Verfassung sein. Dabei wird aufgezeigt werden müssen, dass die Vorteile einer Fusion für beide Partner überwiegen. Zentral ist dabei die Frage, welche Befugnisse künftig die Gemeinden erhalten. Die Stadt Basel wird sich kaum mit den bescheidenen Kompetenzen abfinden wollen, die den Gemeinden in den beiden Basel heute eingeräumt werden.

Diese Diskussion hat bereits begonnen – auch dank Guy Morin. Der Basler Regierungspräsident hat sich zwar noch nicht zur Gemeindeautonomie in einem vereinten Basel geäussert. Aber er hat unlängst in einem Vortrag skizziert, dass es bis 2050 nicht nur einen vereinten Kanton Basel geben könnte, sondern auch «einen Kranz von 10 Vororten oder mehr», die bis dahin in die Stadtgemeinde Basel eingemeindet sind. Dabei dürfte es nicht unerheblich sein, welche Kompetenzen den Gemeinden in Zukunft zustehen.

Der Muttenzer Gemeindepräsident Peter Vogt hat diese Woche dazu kritisch bemerkt: «Soll das heissen, dass Muttenz ein Quartier wie das Gellert wird?» Mit Blick auf die zukünftige Siedlungsentwicklung ist das eine weitreichende Frage. Es ist kein Zufall, dass in vielen Schweizer Städten die Frage der Eingemeindung von Agglomerationsgemeinden aktuell ist. Der Schlüssel der wirtschaftlichen Entwicklung der Zukunft liegt in den urbanen Zentren. Diese müssen deshalb auch über weitreichende Kompetenzen verfügen. Luzern und Lugano etwa haben in den letzten Jahren Eingemeindungen vorgenommen. Auch in der Region Basel wird diese Frage diskutiert werden müssen. Auch wenn dafür nicht uneingeschränkter Applaus zu erwarten ist.