Nach den Wahlen am letzten Sonntag landete Schäfli auf dem fünften Platz der FDP-Liste. Er war enttäuscht. So enttäuscht, dass er anfnags Woche eine Mail an die Parteileitung sendete, in der er sich beklagte, dass die Partei ihn zu wenig unterstützt habe. Damit aber nicht genug: Auf Facebook schrieb er, dass das neue Motto der FDP wohl sei: «Je profilloser, desto besser».

Was er damit meint, dürfte wohl klar sein: Seiner Meinung ist nämlich besonders die neu gewählte FDP-Nationalrätin Daniela Schneeberger profillos.

Nun reagiert die Parteileitung

Nun reagiert Michael Herrmann, Parteipräsident der FDP Baselland: «Schäfl ist ein schlechter Verlierer», sagte er gegenüber Schweizer Radio DRS. Des weiteren betonte er, dass Schäfli nun die Konsequenzen aus seinem Verhalten ziehen sollte. Im Klartext: Schäfli soll aus der Partei austreten. Lieber heute als morgen. Sollte er dies nicht freiwillig tun, droht ihm Hermann mit dem Auschluss.

«Die Rückmmeldungen von Parteikollegen in dieser Angelegenheit sind so zahlreich, dass wir fast keine andere Möglichkeit haben, als nicht zu reagieren», windet sich Herrmann. Hinzu kommt, dass Schäfli seit jeher ein Aussenseiter am äussersten rechten Rand der FDP ist.

Streit kommt nicht überraschend

Ganz überraschend kommt der Streit nicht: Schon vor einem Jahr zog die Parteileitung in Betracht, Schäfli aus der Landratsfraktion auszuschliessen. Grund war damals, dass Schäfli Abstimmungen im Landrat schwänzte.

Trotz diesen Unruhen nahm die Partei Schäfli auf die Nationalratsliste - aus Goodwill, wie Herrmann sagt. Nun aber sei kein Goodwill mehr vorhanden. Wie es genau um die Akzeptanz Schäflis steht, wird vielleicht schon am Mittwochabend auskommen. Dann nämlich findet in Aesch die Parteiversammlung statt. Theoretisch könnte schon da der Rauswurf beschlossen werden. Zumindest traktandiert ist dies nicht - wohl aber wird darüber gesprochen werden.

Schäfli selber wird nicht an der Versammlung zugegen sein - er habe einen wichtigen Geschäftstermin wahrzunehmen, hiess es.