Für den ehemaligen FCB-Mittelfeldspieler war es ein Karriereschritt mit Konsequenzen. Anfang Jahr unterschrieb Beni Huggel beim Schweizer Fernsehen SRF einen neuen Vertrag als Fussballexperte. Als Nati-Experte darf der 40-Jährige die Schweizer Fussballnationalmannschaft zu den Spielen begleiten.

Gegenüber seinem Arbeitgeber, dem Tennis an der Birs in Aesch, sagte er davon aber zunächst nichts. Dort amtete der ehemalige Fussballstar seit knapp zwei Jahren als Administrativer Leiter. Der Verwaltungsrat um Präsident Matthias Preiswerk soll daher überrascht gewesen sein, als er durch die Hintertür vom neuen Job Huggels erfuhr. Dies bestätigen mehrere Quellen.

Tatsächlich mutet es seltsam an, dass der Administrative Leiter seinen Arbeitgeber nicht informiert hat. Schliesslich ist der Job als SRF-Experte, bei dem man fünf bis sechs Wochen im Jahr unterwegs ist, kaum vereinbar mit demjenigen als Geschäftsführer eines Tenniscenters mit vier Wochen Ferien.

Zwischen den Beteiligten herrschte offenbar dicke Luft. Im Auftreten gegen aussen demonstrierten sie Gelassenheit. Gemeinsam verfassten sie jüngst die Mitteilung, wonach das Arbeitsverhältnis per 31. Mai aufgelöst werde. Als Grund wird lediglich das «erhöhte Arbeitspensum von Beni Huggel als Experte des SRF» angeführt. Huggel selbst will zu den Vorfällen «keine Stellung» nehmen. Nur so viel sagt er auf Anfrage der bz: «Ich danke Tennis an der Birs für zwei lehrreiche Jahre.»

Es hat schon länger gegärt

Es ist nicht das erste Mal, dass Benjamin Huggel nach seiner Karriere als Aktivfussballer Lehrgeld bezahlt. Beim Basler Quartierverein FC Black Stars versuchte er es 2015 als Trainer. Auch hier endete die Zusammenarbeit unschön. Black-Stars-Sportchef Peter Faé teilte ihm bereits nach kurzer Zeit per Mail mit, dass er als Trainingsleiter ersetzt worden sei.

Der Streit zog sich bis vor Bundesgericht, wo der frühere FCB-Spieler als Sieger hervorging. Anfang Mai bestätigte das höchste Gericht des Landes, dass Huggel zu Unrecht entlassen worden sei. «Lausanne» sprach Huggel einen Schadenersatz von 25'000 und eine Entschädigung von 12'000 Franken zu.

Auch im Tennis an der Birs soll es bereits vor dem Eklat wegen des SRF-Mandats gegärt haben. Statt dankbar zu sein, dass ihm der Berufseinstieg ermöglicht worden ist, habe er sich selbstherrlich aufgeführt, sagen Mitarbeiter. In der Öffentlichkeit zitiert werden will niemand. Auch Verwaltungsratspräsident Matthias Preiswerk nicht. Nachdem er über das Arbeitsverhältnis mit Beni Huggel gegenüber der bz Auskunft gegeben hat, zieht er kurz darauf sämtliche Zitate zurück.