Die jagdlichen Wogen glätten sich langsam wieder im Baselbiet. Nach Nusshof im Juni ist nun auch in Seltisberg ein Schlussstrich unter den heftigen Streit um die Jagdpachtvergabe für die Periode 2016 bis 2024 gezogen worden. Und wie in Nusshof geht auch in Seltisberg die über Jahrzehnte jagende Gesellschaft leer aus.

Hier kommt nun die neu gebildete Jagdgesellschaft Buechhalden zum Handkuss. Die Regierung hat mit Entscheid vom 6. November den entsprechenden Vergabeentscheid des Seltisberger Gemeinderats von Ende Mai gestützt. Und weil die altgediente Jagdgesellschaft Seltisberg, die den Gemeinderatsentscheid vor der Regierung angefochten hat, auf einen Weiterzug des Falls verzichtet, ist der Entscheid definitiv. Damit endet ein mitunter bizarres Ringen um die Seltisberger Jagdpacht, die im Dorf Narben hinterlässt.

Im Dezember 2015 bewarben sich drei Jagdgesellschaften (JG) um die Pacht. Den Zuschlag erhielt damals die neue gegründete JG Galmshübel. Doch wegen eines formellen Fehlers wies die Regierung den Entscheid zur Neubeurteilung an den Gemeinderat zurück. Aus der daraufhin zweiten durchgeführten Runde ging die JG Buechhalden als Sieger heraus. Die JG Galmshübel zog sich zurück, die JG Seltisberg beschwerte sich bei der Regierung. Erneut hob diese den Gemeinderatsentscheid wegen eines formellen Fehlers auf und wies ihn an die Gemeinde zurück.

Regierung sieht keine Willkür

Die Gemeinde wiederholte das Verfahren und bediente die beiden verbliebenen Parteien mit allen relevanten Dokumenten. Doch die JG Seltisberg stiess mit ihren vorgebrachten Gründen, wieso sie die Pacht erhalten müsse, sowohl beim Gemeinderat wie später bei der Regierung auf taube Ohren. Die JG argumentierte zweischienig: Die obsiegende JG Buechhalden sei zum Zeitpunkt der Pacht-Ausschreibung noch gar nicht als Verein organisiert gewesen, was eine Voraussetzung für die Bewerbung sei. Und der Gemeinderat habe einseitig und nach sachfremden Kriterien und damit willkürlich entschieden.

Dem hält die Regierung entgegen, dass die Organisationsform der JG Buechhalden zum Zeitpunkt der Pacht-Vergabe und nicht zu jenem der Bewerbung massgebend sei. Auch Willkür kann sie nichts ausmachen. Der Gemeinderat habe die Jagdpacht «insbesondere aufgrund der höheren Anzahl ortsansässiger Jäger, der nachhaltigen Kontinuität, der fundierten Kenntnisse des Jagdgebiets Seltisberg und der Nachwuchsförderung an die JG Buechhalden vergeben».

Damit wurde der JG Seltisberg zum Verhängnis, was der Gemeinderat als «nachhaltig gestörtes Verhältnis» umschreibt. Gemeindepräsident Bernhard Zollinger präzisiert: «In der JG Seltisberg kam es in der letzten Pachtperiode immer wieder zu Streit. Das hatte ständige Wechsel und Reklamationen zur Folge, sodass wirwiederholt schlichten mussten.» Das alles sei zulasten der Kontinuität gegangen. Zollinger: «Wir fanden, so kann das nicht weitergehen. Ich bin deshalb nun sehr froh, dass die Regierung uns stützt.»

Auf eigene Art reagiert die JG Seltisberg: In einer unter dem Titel «Jagd vorbei» als Todesanzeige konzipierte Mitteilung schreibt sie vom «‹Hinschied› unserer geliebten Jagdgesellschaft» und dankt Bürgergemeinde, Jagdgästen, Wildbretkunden und Treibern. Anstelle von Blumen solle man für ein «klares» Jagdgesetz kämpfen.