Der Türke war im Jahr 1983 in die Schweiz eingereist. Zunächst war er einige Jahre berufstätig. Im Jahre 1990 wurde nach einer radiologischen Untersuchung der Wirbelsäule ein Morbus Scheuermann diagnostiziert. Später jammerte der Mann über Rückenschmerzen und Kopfschmerzen. Im Sommer 1996 schätzte ein Arzt den Türken als arbeitsunfähig ein, worauf ihm sowohl von der Invalidenversicherung als auch von der Pensionskasse eine Invalidenrente ausgerichtet wurde.

Anlässlich einer Revision der Invalidenrente im Jahr 2003 erklärte der Mann, sein Gesundheitszustand habe sich nicht verändert: Er sei nach wie vor schwer depressiv und von Schmerzen gequält.

Auch bei einer Revision im Jahre 2009 gelang es dem Mann, die Ärzte zu täuschen. In einem psychiatrischen Gutachten diagnostizierte ein Experte eine andauernde Persönlichkeitsveränderung, basierend auf Foltererlebnissen in der Türkei. Der Patient klagte dabei über Kopfschmerzen, Schwindel, Herzbeschwerden, Schlafstörungen, Schmerzen am Rücken, den Füssen, den Armen und den Fingern.

Observation brachte Klarheit

Im Jahre 2012 liessen die Behörden den Türken observieren. Dabei zeigte sich, dass der Mann in keiner Weise derart massiv eingeschränkt wirkte, wie er durchwegs geltend machte. Solange er sich unbeobachtet wähnte, verhielt sich der Observierte keineswegs wie eine Person, welche sich aufgrund ihrer physischen und psychischen Einschränkungen im Alltag nicht zu Recht findet. «Im Gegenteil», so das Urteil des Kantonsgericht Basel-Landschaft vom 8. November 2016, «pflegte der Beschuldigte regelmässig soziale Kontakte und ging auch körperlich fordernden Tätigkeiten ohne ersichtliche Einschränkung nach, wie beispielsweise dem Hantieren mit einer Motorsäge oder dem Tragen von schweren Einkäufen». Auch fuhr der Türke – ohne sichtliche Einschränkungen – längere Strecken mit seinem Fahrrad oder mit seinem Auto.

Über 700'000 Franken kassiert

Aufgrund dieser Situation verurteilte das Strafgericht Basel-Landschaft den Türken wegen gewerbsmässigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von dreieinhalb Jahren. Als das Kantonsgericht diesen Entscheid schützte, rief der Verurteilte das Bundesgericht an. Allerdings ohne Erfolg. Die Richter in Lausanne haben all seine Einwände und insbesondere den Vorwurf, das Kantonsgericht habe willkürlich geurteilt, abgewiesen.

Auch für das Bundesgericht gibt es keine Hinweise darauf, dass der Türke «im privaten Bereich überhaupt jemals in erheblichem Ausmass funktionell eingeschränkt gewesen wäre». Der Türke hat in den massgebenden Jahren zwischen Oktober 2002 und Juni 2013 insgesamt Rentenleistungen der Invalidenversicherung in der Höhe von über 411'000 Franken und von der Pensionskasse in der Höhe von über 290 000 Franken kassiert.