Hoch oben über Pratteln trohnt sie, die Rudolf-Steiner-Schule Mayenfels, und fast schon majestätisch ragt das historische Schlösschen als Blickfang ins Land hinaus. Bald wird das anders sein: In spätestens eineinhalb Jahren wird ein markanter Neubau auf der östlichen Seite den Hang zieren.

Spatenstich im Februar 2012

Noch ist alles beim Alten, und am vergangenen Herbstwochenende zelebrierte die Schule ihren bekannten Mayenfels-Basar: Clowntheater, Märchen mit Cello, Kerzenziehen, Adventskranz-Verkauf und natürlich auch Kuchen, Crêpes und Kebab. Im grossen Pavillon allerdings wird quasi das nahende Ende dieses Gebäudes dokumentiert: Nach einem über 30-jährigen Provisorium wird an genau diesem Ort anstelle des Pavillons der Neubau «Mayenfels Ost» entstehen, der Spatenstich ist für Februar 2012 geplant.

Traum geht in Erfüllung

Damit geht nach über 30 Jahren in einem Provisorium für alle Beteiligten ein Traum in Erfüllung. «Natürlich trauere ich diesem Pavillon auch ein wenig nach, und wir werden ihn Anfang nächsten Jahres auch noch verabschieden, bevor er abgerissen wird. Aber bei starkem Regen tropfte es hinein, und im Winter ist er kaum zu heizen. Mit dem Neubau haben wir endlich einen Saal, in dem auch alle unsere Schüler Platz finden», erklärt Urs Gubser vom Schulverein der Steinerschule.

«Unter angenehmen Bedingungen unterrichten und feiern»

Auch die Teilung des Pavillons für den getrennten Unterricht zweier Gruppen sei immer sehr aufwändig gewesen, und die Bühne habe für die Aufführungen kaum Platz geboten. Theater, Aufführungen, Eurythmie, das alles soll der Neubau künftig bieten. In den unteren Stockwerken sind Klassenzimmer sowie Spezialräume für den Chemieunterricht geplant. «Wir vergrössern nicht die Schule. Sondern wir können dann endlich unter viel angenehmeren Bedingungen als heute unterrichten und feiern», betont Gubser.

Skeptische Lehrer und Eltern

Der saftige Betrag von über sieben Millionen Franken habe aber zu vielen Diskussionen geführt. «Es gibt noch immer Eltern und Lehrer, die skeptisch sind, ob das Ganze nicht überdimensioniert sei. Aber die grosse Mehrheit steht hinter dem Projekt», ist Urs Gubser überzeugt.

Die jetzige Variante sei in langen Verhandlungen mit den Prattler Baubehörden sowie der Denkmalpflege ausgehandelt worden, zumal eine Erweiterung des bestehenden Schlosses aus denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich gewesen sei. Urs Gubser ist zuversichtlich, dass nach jahrelangen Verzögerungen der Zeitplan jetzt eingehalten werden kann. «Spätestens im Sommer 2012 feiern wir die Eröffnung des Neubaus.»