Auf der Fahrt von Basel nach Rheinfelden fahren die Schiffe der Basler Personenschifffahrt an Pratteln vorbei; ohne anzuhalten. Denn das Ufer dort wirkt wenig einladend. Ausser einem steilen Waldstreifen, ödem Gewerbe und einer Kantonsstrasse ist da nicht viel. «Die Prattler haben den Rhein noch nicht entdeckt», stellt Immobilienunternehmer Gérard Benone fest.
Das möchte er jetzt ändern. Fünf Bürogebäude plant er auf der «Rheinlehne», seinem Uferareal zwischen der Herrschaftsvilla bei der Saline und der Miniatureisenbahn Ysebähnli am Rhy. 700 Menschen sollen dort arbeiten. Und damit die Öffentlichkeit auch etwas davon hat, will Benone eine Anlegestelle bauen, an der die Kursschiffe der Basler Personenschifffahrt halten.

Schiffsexperten ins Boot geholt

Finanzieren will er die Anlegestelle selber. Ihm gehe es nicht darum, Gewinn daraus zu ziehen, betont er. «Das Rheinufer ist so schön, das darf man nicht für sich behalten.» Er wird fast schon philosophisch, wenn er sagt: «Meine Frau und ich haben keine Kinder, in den Tod mitnehmen kann man nichts. Da hinterlasse ich doch gerne etwas der Allgemeinheit.» Neben der 85 Meter langen Anlegestelle möchte er eine Rampe und einen Kran für Kleinboote einrichten. Nebenan sieht er ein Schilfufer und künstliche Inseln mit Seichtwasser vor. Beim Ysebähnli ist ein «Museum für Dampftechnik» geplant. Bereits von der Anlagestelle überzeugt hat Bertone den Prattler Gemeindepräsidenten Stephan Burgunder. Auch er findet, Pratteln müsse sich unbedingt stärker zum Rhein hin öffnen und das vorhandene Potenzial ausnutzen.

Die Anlegestelle ist bei den Schweizerischen Rheinhäfen beantragt. Auf die Idee mit der Schiffsanlegestelle ist Benone über Robert Straubhaar gekommen, den Geschäftsführer von River Advice, einem Dienstleister für Binnenpersonenschifffahrt. Dieser spricht von einem «Zusatznutzen für die Allgemeinheit». Er ist überzeugt: «Die Personenschifffahrt wird hier liebend gern halten.»

Ganz so klar ist das allerdings nicht. Peter Stalder, Geschäftsführer der Basler Personenschifffahrt, zeigt sich zwar offen – «falls das Projekt auch wirklich auf den Rhein ausgerichtet ist». Dann aber er fügt an: «Eine Haltestelle zu bauen, ist das eine. Einen Fahrplan einzurichten, mit dem die Schiffe auch wirklich dort anhalten, ist etwas anderes.» Damit spricht er an, dass eines Tages einige hundert Meter rheinaufwärts mit Salina Raurica ein viel grösseres Fahrgastpotenzial für eine neue Anlegestelle vorhanden sein könnte. «Wir müssen intelligent die Weichen stellen», sagt er zur Standortwahl für Schiffshaltestellen in Pratteln.

Zwei Jahre Altlastensanierung

Doch von solchen Bedenken lässt sich Benone nicht ausbremsen. Bereits sieht er neben der Anlegestelle eine Fussgängerbrücke über den Rhein. Am anderen Ufer, in Grenzach, möchte er 1500 Wohnungen erstellen (bz berichtete). «Es wäre schön, wenn die Angestellten in meinen Bürohäusern mit dem Rollbrett zur Arbeit kommen», schwärmt er. Vom Projekt auf der deutschen Seite hat man allerdings seit langem nichts mehr gehört. Für die fünf Bauten in Pratteln hat er laut eigenen Angaben bereits Investoren gefunden. Bis dort eine Schiffsanlegestelle steht, fliesst aber noch viel Wasser den Rhein runter. Denn erst muss der Boden unter den geplanten Bürobauten von Altlasten befreit werden – alleine das schon dauert zwei Jahre.