Seit dem Nein verweigert die Regierung die Unterstützung für einen 71 Millionen Franken teuren Teilumbau, mit dem das altehrwürdige Konzerthaus am Barfüsserplatz auf Vordermann gebracht werden soll. Mittlerweile liebäugelt man beim Kanton sogar damit, anderswo in der Stadt ein neues Konzerthaus zu bauen. Dem Stadtcasino droht ein starker Bedeutungsverlust.

Möglicher Ausweg aus der verkachelten Situation: Die Casino-Gesellschaft könnte den Gebäudekomplex sowie das dazugehörige Grundstück dem Kanton verschenken. Aufs Tapet brachte diesen Vorschlag an der gestrigen GV der Gesellschaft Guy Sarasin, früherer Teilhaber der Basler Privatbank gleichen Namens. Der Kanton käme damit in den Besitz einer wertvollen Liegenschaft an strategisch günstigster Lage. Im Gegenzug müsste er sich dazu verpflichten, einen Umbau zu finanzieren und für eine bestimmte Zeit – Sarasin nennt 50 Jahre – dort eine musikalisch-kulturelle Nutzung zu garantieren.

«Gesellschaft ist sehr unpopulär»

Nach dem Abstimmungs-Fiasko glaubt Sarasin nicht mehr daran, dass das Volk seinen Segen zu einem Umbaukredit mit der Casino-Gesellschaft als Eigentümerin geben würde: «Die Gesellschaft ist sehr unpopulär.» Selber finanzieren kann sie ein Umbauprojekt nicht. Wäre der Kanton von A bis Z verantwortlich, könnte dies die Perspektiven ändern, glaubt der frühere Banquier. Damit wäre freilich die 1824 gegründete Casino-Gesellschaft am Ende. «Aber ihre Ideen wären gesichert», führt Sarasin an. Diese seien im Moment ebenfalls gefährdet.

Christoph B. Gloor, Präsident der Casino-Gesellschaft, hält dies für einen «konstruktiven Vorschlag». Dieser sei der Casino-Kommission auch schon durch den Kopf gegangen. Aus seiner Sicht die bessere Variante wäre aber das 71 Millionen Franken teure Umbauprojekt «Stadtcasino 2015», das derzeit bei der Regierung zur erneuten Beurteilung liegt. Angedacht war, dass sich Kanton und Casino-Gesellschaft die Kosten teilen.

Gloor ist überzeugt, dass die Chancen für dieses Projekt besser sind als auch schon. In der Zwischenzeit wurden nämlich Berechnungen bekannt, wonach selbst eine Mini-Sanierung mit 46,5 Millionen Franken zu Buche schlagen würde. Laut Gloor ist das Kosten-Nutzen-Verhältnis bei dieser Variante sehr schlecht: Für die Besucher würde sich die Situation kaum verbessern. «Doch wenn die Regierung diese Variante will und auch finanziert, stehen wir ihr sicher nicht im Weg», meint Gloor vielsagend.