Der seit diesem Schuljahr geltende spätere Unterrichtsbeginn an der Sekundarschule Aesch sorgt für einen Graben. Auf der einen Seite befinden sich die Schulleitung und der Schulrat, die sich ausgeschlafenere und damit leistungsfähigere Jugendliche erhoffen. Ihnen gegenüber stehen einige betroffene Eltern, welche von der Massnahme nichts halten und deshalb Widerstand gegen die Verschiebung des Schulstarts leisten.

Neu beginnt für die Schülerinnen und Schüler die erste Lektion grösstenteils erst um 8.20 Uhr – und nicht wie bisher bereits um 7.30 Uhr. Vom nach hinten verschobenen Schulbeginn sind knapp 400 Schülerinnen und Schüler betroffen, von denen viele keinen unterrichtsfreien Nachmittag mehr haben. Da Stunden verlegt werden müssen, drücken acht von insgesamt 19 Klassen nun jeden Nachmittag die Schulbank. Gerade diese Tatsache ist Erziehungsberechtigten wie dem Pfeffinger Patrick Walpen ein Dorn im Auge, weshalb er sich mit anderen Eltern von Schülern der Sekundarschule zusammengetan hat.

Umfrage sei nicht repräsentativ

Ihre Antworten konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf elektronischem Weg oder per Post an die Gruppe schicken. Patrick Walpen kann zwar nicht sagen, wer alles an der Umfrage teilgenommen hat, vermutet jedoch, dass es vor allem Eltern von betroffenen Schülern waren. Grundsätzlich war es jedoch jeder und jedem möglich, mitzumachen, was Carol Rietsch, Co-Schulleiter der Sekundarschule Aesch, kritisiert. «Die Umfrage ist nicht repräsentativ», findet er.

Vor wenigen Tagen haben die Schulleitung und der Schulrat ein gemeinsames Informationsschreiben an sämtliche Eltern geschickt, in dem das weitere Vorgehen skizziert wird. So ist geplant, eine eigene Umfrage zu erstellen. Teilnehmen an dieser dürften dann ausschliesslich Eltern und Lehrpersonen. «Die Schülerinnen und Schüler werden wiederum klassenweise befragt», erklärt Rietsch. Es werde interessant sein, zu sehen, was die Erziehungsberechtigten wirklich denken. Die Fragen der Umfrage werden Ende September von einer gemeinsamen Gruppe aus der Schulleitung, Eltern, die sich schriftlich an den Schulrat gewandt haben, und einigen Lehrpersonen ausgearbeitet. Ziel sei es, Ende November ein repräsentatives Resultat präsentieren zu können, welches möglicherweise Auswirkungen auf den Stundenplan im kommenden Semester haben werde.

Schulfrei am Mittwochnachmittag

Am Donnerstag fand ein durch einen Mediator geleitetes Gespräch zwischen dem Schulrat und der Gruppe der Eltern statt. «An der Veranstaltung übergaben wir der Schulratspräsidentin Astrid Marty eine Liste mit Forderungen», sagt Walpen. Dazu gehört, dass der Unterricht künftig zwischen 7.30 und 7.45 Uhr beginnen soll mit maximal einer späteren Ausnahme pro Woche. «Ausserdem fordern wir, dass der Mittwochnachmittag für alle Klassen unterrichtsfrei ist.»

Walpen betont, dass der Anlass ohne einen Vermittler «nicht erfolgreich geendet hätte». Der Graben, den der spätere Unterrichtsbeginn verursacht, scheint tatsächlich sehr tief zu sein.