Dass letzten Endes das Baselbieter Stimmvolk entscheidet, ob das Bruderholzspital in seiner heutigen Form erhalten bleibt, wird immer wahrscheinlicher. Nachdem die bz Ende August publik gemacht hat, dass der engagierte Rentner Mario Bernasconi eine Volksinitiative zur Rettung des vollwertigen Spitalstandorts vorbereitet, formiert sich nun ein neuer Verein – mit genau demselben Vorhaben.

Wie die «Basler Zeitung» berichtet, wird der Verein «Ja zum Bruderholzspital» vom Reinacher Unternehmer Steffen Herbert (SVP) präsidiert. Weitere Gründungsmitglieder seien der parteilose Mediziner Heinrich Schaefer, der früher im Bruderholzspital arbeitete, Hans Kummer, der ehemalige Bruderholz-Chefarzt (SVP) sowie Pascal Lüscher von der SVP Ettingen. Auch Herberts Frau Evelyn Herbert, Kinderkrankenschwester am Bruderholz, gehöre zum Vorstand.

Ärztegesellschaft nicht beteiligt

Ziel des Vereins ist es, dass ein überparteiliches Initiativkomitee gegründet und die Initiative an die Urne gebracht werden kann. Mit der Sammlung der 1500 nötigen Unterschriften möchte der Verein «so bald wie möglich» loslegen. Gleich zwei Volksinitiativen wollen also die Pläne der Regierungen beider Basel durchkreuzen, aus dem Bruderholzspital eine Tagesklinik für ambulante Eingriffe zu machen.

Bernasconi zieht sich zurück

Dass dies wenig Sinn macht, sieht auch Bernasconi. Gegenüber der bz hält er fest: «Ich ziehe mich zurück.» Der 75-Jährige möchte nun aber nicht mit dem Verein gemeinsame Sache machen. Er sei enttäuscht, dass man ihn als Initiator der Idee und Kämpfer der ersten Stunde nicht kontaktiert habe. «2500 nicht beglaubigte Unterschriften hätte ich schon zusammen, aber die stelle ich den anderen nun nicht zur Verfügung», sagt der offensichtlich in seinem Stolz verletzte Bernasconi. Der Verein «Ja zum Bruderholzspital» dürfte dafür über etwas verfügen, das Einzelkämpfer Bernasconi fehlt: die für eine Volksinitiative nötigen finanziellen Mittel. Die Chancen, dass es zum Urnengang kommt, sind deswegen gestiegen.