Rund 3800 Laufmeter Bücher und andere Medien finden am 17. September 2018 auf dem FHNW Campus Muttenz ein neues Zuhause. Seit zwei Jahren beschäftigt sich Urs Grossenbacher, Leiter der Hochschulbibliothek der FHNW in Muttenz, mit der Bibliotheksfusion. Seit Mitte 2017 geht es um die konkrete Umzugslogistik.

«Es geht um Bücher aus fünf Bibliotheken an drei Standorten. Fünf verschiedene Signatursysteme werden in eins zusammengeführt. Im Moment werden an den Standorten in Basel, Liestal und Muttenz die Bücher aussortiert, die in Muttenz ins Magazin wandern», sagt Grossenbacher. Die Bücher, die in den Regalen offen zugänglich sein werden, bekommen ihre neue Signatur dann in Muttenz. Pünktlich zu Semesterbeginn soll alles fertig sein.

Zusammenlegung als Chance

Gerhard Matter, Kantonsbibliothekar in Liestal, vergleicht die Fusion von Bibliotheken mit derjenigen von Firmen. «Nur additiv alle Bestände aneinanderzureihen greift zu kurz. Wichtig ist, dass man den Mut aufbringt, ein neues Konzept zu entwerfen. Denn die Chance, mehrere Bibliotheken in eine zusammenzuführen, gibt es selten», sagt Matter. Den Umzug und die Fusion einer Bibliothek lernt man nicht im Studium, doch es gibt, so erklärt Grossenbacher auf Nachfrage, Literatur zum Thema.

Grossenbacher hat neben dem reibungslosen Ablauf ein weiteres Anliegen. Es wechseln nicht nur 114'000 Bücher und Medien den Ort, auch der wissenschaftliche Raum der Hochschulen soll nach aussen zugänglicher werden, was der neue zentrale Standort nun ermöglichen wird. «Die Bibliothek ist offen für die ganze Bevölkerung, nicht nur für die Studierenden», betont Grossenbacher.

Neu sei diese Politik der FHNW Bibliotheken nicht, einfach zu wenig bekannt. «Die Hälfte des Bestandes gehört zur Pädagogischen Hochschule und da ist durchaus Literatur dabei, die besonders für Eltern und Jugendliche interessant ist, während die andere Hälfte für fachlich Interessierte sehr spannend ist», wirbt Grossenbacher für die grosse Bibliothek. Wenn man sich in den neuen Räumen eingelebt habe, werde man zudem über konkrete Projekte an der Schnittstelle zwischen Fachhochschule und Bevölkerung nachdenken.