«Dieses Jahr wird es keine musikfreie Minute geben», verspricht Claudio Rudin, Geschäftsleiter der BScene. Das neu eingeführte Off-Beat-System hat zur Folge, dass im Vergleich zum letzten Jahr die Shows versetzt stattfinden. Die zu unterschiedlichen Zeiten beginnenden Konzerte ermöglichen es den Musikbegeisterten, deutlich mehr Konzerte zu besuchen wie noch in den vergangenen Jahren. «Wir erhoffen uns auch mehr Zirkulation zwischen den einzelnen Clubs», so Rudin.

Mit von der Partie sind neben den Stammlokalen wie der Kuppel, dem Sud und der Kaserne neu auch der Hinterhof, das Union und der Nr. 8-Club im Volkshaus. Insgesamt 11 Bühnen werden von den 65 regionalen, nationalen und internationalen Acts bespielt. «Wir haben das Angebot sowohl bei den Künstlern als auch bei der Anzahl Bühnen vergrössert», sagt Rudin.

(Quelle: youtube.com/KADEBOSTANY)

Kadebostany - Jolan

Zum 18. Geburtstag wartet das Club- und Konzertfestival aber nicht nur mit Quantität, sondern auch mit Qualität auf. Neben diversen lokalen Nachwuchshoffnungen, denen das BScene als Plattform dienen soll, locken Steff La Cheffe und Ira May die Massen an. Insbesondere letztere wird laut Chrigel Fisch, Kommunikationsbeauftragter des Rockfördervereins (RFV), die Zuschauer begeistern: «Ihr Konzert wird sicher überrannt werden.»

(Quelle: youtube.com/MAKSimumMusic)

Hundreds - Fighter

Aufschwung gab es in letzter Zeit für eine ganze Szene: «Hip-Hop hat einen grossen Schub erfahren nach Black Tigers Mammutprojekt <1 City 1 Song> mit über 140 Rappern aus der Region. Die Hip-Hop-Shows in der Kuppel und Kaserne werden gut laufen», ist sich Fisch sicher. Derselben Meinung ist auch Rudin: «Hip-Hop ist wieder im Kommen.»

(Quelle: youtube.com/mrfierce)

Brandhärd - Noochbrand

Einen weniger einfachen Stand hat die Rock-Szene. «Rock hat es sehr schwer, vor allem harter Rock. Gefragt sind Sounds, die nicht wehtun, tanzbar sind und unterhalten», weiss Fisch. In diese Kategorie fallen die Acts im Hinterhof. Fisch: «Die werden knallen.»

(Quelle: youtube.com/Ruby Cash)

Confuzed live im Sommercasino in Basel

Der Geheimtipp von Rudin ist aber ein ganz anderer: Goldbarne. Die Singer-Songwriter, die am Samstag im Parterre auftreten, schreiben Lieder über das Innehalten, über Tagträume und all das Glück, das in ihnen verborgen liegt. «Als ich sie kürzlich live gehört habe, hatte ich Gänsehaut. Und das kommt bei mir selten vor, wenn es um Musik geht.»

Basler Musikszene lebt

Die höhere Anzahl internationaler Bands und Acts aus anderen Teilen der Schweiz lässt die Vermutung aufkommen, dass es um die regionale Musikszene nicht gut steht. Der Eindruck täuscht aber, wie Fisch erklärt: «‹Sehr gut› wäre geschönt, nur ‹gut› wäre untertrieben.» Viele Bands seien selbstbewusst, gut vernetzt und im Ausland unterwegs. Neuere Bands sorgen für Schlagzeilen, und etablierte Bands produzieren und touren auf hohem Niveau. «Die Musikklubs jedoch haben mit ständig neuen behördlichen Auflagen und Verboten zu kämpfen; Bands finden keine Bandproberäume - das macht auch dem RFV Sorgen», so Fisch.

(Quelle: youtube.com/sebOOking)

Dexter Doom & The Loveboat Orchestra – Dexter Calling (live im Biomill Laufen)

Für das Festival, das vom 28. Februar bis 1. März stattfindet, hoffen die Organisatoren auf mehr als die 6400 Besucher vom letzten Jahr. «Wir haben Kapazität für 8500 Leute», sagt Rudin und fügt an: «Die Klubs sollen voll sein, aber nicht zu voll.» Am Ende stünden die Musik, ihre Fans und die Clubs im Zentrum, nicht der wirtschaftliche Erfolg. «Es ist nicht unser Ziel, ständig Rekordmarken zu knacken», bringt es Fisch auf den Punkt.