Da ist der Baselbieter SVP-Nationalrat Thomas de Courten voll ins Leere gelaufen: Seine etwas langatmigen Ausführungen, wieso die No-Billag-Initiative angenommen gehört, stiessen bei der Baselbieter CVP auf kein Gehör. Stattdessen stellte Hausherrin Elisabeth Schneider-Schneiter den Gastredner regelrecht in den Senkel, als sie die Unterstützung der SVP «für diesen Angriff auf unsere nationale Identität» aufs Korn nahm: «Ausländer will die SVP in der Schweiz keine, aber ausländische Sender. Ich verstehe es einfach nicht.» Die Meinungen schienen allerdings schon längst vorher gemacht, eine Diskussion ergab sich aus diesen beiden gegensätzlichen Voten nicht.

Entsprechend deutlich fiel die Parolenfassung aus, welche die CVP-Mitglieder an ihrem Parteitag vom Mittwochabend bei der EBM in Münchenstein vornahmen. Nur gerade ein Vertreter der Jungen CVP stimmte für ein Ja zu No Billag, 79 Parteimitglieder sprachen sich dagegen aus, 4 enthielten sich. Zwar hätte sich CVP-Nationalrätin und EBM-Verwaltungsrätin Schneider-Schneiter «ein einstimmiges Ergebnis» gewünscht, doch zeigte sie sich gleichwohl mit dem klaren Signal im Hinblick auf den Abstimmungssonntag vom 4. März zufrieden – genauso wie Kantonalpräsidentin Brigitte Müller-Kaderli.

Wenige hundert Meter weiter, im Münchensteiner Kirchgemeindehaus an der Lärchenstrasse, fasste ihrerseits die Baselbieter SP eine einstimmige Nein-Parole zu No Billag; dies bei einer Enthaltung. Der Baselbieter Ständerat Claude Janiak geisselte in seinen Erläuterungen insbesondere den «widersprüchlichen und untauglichen Plan B» zum Weiterbestand der SRG.
Übereinstimmende Parolen fassten die beiden Parteien auch zur aus kantonaler Sicht wohl bedeutendsten Vorlage vom 4. März, der sogenannten Fairnessinitiative: Auf das einstimmige Ja der SP, bei einer Enthaltung, folgte ein 65:19-Entscheid der CVP-Delegierten (bei 7 Enthaltungen) für die Ja-Parole; dies, obschon CVP-Landrat Simon Oberbeck entschieden gegen das Begehren der Gemeinden aufgetreten war. Der anwesende Finanzdirektor Anton Lauber trug die Abstimmungsempfehlung seiner Partei, welche die Staatskasse 30 Millionen Franken kosten könnte, mit Fassung.