Die Station Lampenberg bei Ramlinsburg steht seit diesem März leer - ein Jahr früher als geplant. Wie die bz vor einem Monat publik machte, änderte der Kanton Baselland seine Asylstrategie und verteilt die Asylsuchenden nun ohne Durchgangszentrum direkt auf die Gemeinden. Um einen Puffer zu haben, läuft der Mietvertrag aber bis Ende März 2014 weiter (siehe Kasten). Der Besitzer der Liegenschaft, Anton Zurfluh, plant aber bereits für die Zeit danach. «Ich stehe in intensiven Verhandlungen mit dem Kanton und der Gemeinde Ramlinsburg», legt er gegenüber der bz offen. Für den ehemaligen Gemeindepräsidenten und SVP-Politiker ist «von einer Renovation bis zu einem Neubau alles möglich». Konkreter wolle er zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht werden.

Zonenreglement schränkt ein

Einen tieferen Einblick in die Verhandlungen gewährt der Ramlinsburger Gemeindeverwalter Christoph Epper: «Laut Zurfluh ist das Gebäude baufällig. Ein Umbau wäre wohl zu aufwendig, weswegen ein Neubau wahrscheinlich ist.» Dabei dürfte das Projekt grösser werden als das heutige Gebäude. Epper: «Zurfluh will das Gelände optimal ausnutzen.» Konkret: Zurfluh möchte, dass die Gemeinde den schmalen Schotter-Parkplatz entlang des Wäldchens auf der anderen Strassenseite an ihn abtritt. «Wir wären dazu bereit», sagt Epper.

Ein Problem gibt es allerdings: Der Parkplatz ist eigentlich zu schmal. Deshalb müsste auch noch die daran vorbeiführende Kantonsstrasse verlegt werden. «Das ist unsere Bedingung», so Epper. Und um das zu erreichen, weible Zurfluh momentan beim kantonalen Tiefbauamt. Wie seine Chancen stehen, ist noch offen. Gestern war der für das Projekt Zuständige für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Was letztlich aus der Station Lampenberg wird, steht noch nicht fest. Zurfluh sagt lediglich, dass die neue Nutzung «zum Standort passen muss». Was es nicht geben wird, ist ein Neubau, der nichts mehr mit dem Stil des ehemaligen Gasthauses zu tun hat. Dafür sorgt das Zonenreglement Landschaft der Gemeinde Ramlinsburg, das einen eigenen Paragrafen zur Station Lampenberg enthält. Nicht nur gilt für die Liegenschaft die Besitzstandsgarantie, auch «Umbauten, bauliche Erneuerungen, Wiederaufbauten sowie angemessene Erweiterungen», werden nur bewilligt, wenn sie folgende Faktoren erfüllen:

• Sie müssen den bisherigen bewilligten Nutzungen als Gastwirtschaft, Geschäftshaus und Wohnhaus dienen.
• Die gesamte Gebäudegrundfläche darf 550 Quadratmeter nicht überschreiten.
• Die Gebäudehöhe muss auf zwei Vollgeschosse zuzüglich Sockelgeschoss und Dachgeschoss begrenzt bleiben.
• Die Identität der Bauten und Anlagen bezüglich äusserer Erscheinung und Zweckbestimmung muss gewahrt bleiben.
• Sämtliche baulichen Veränderungen und Einrichtungen müssen sich ins Landschaftsbild einpassen.

Da die Grundfläche der bestehenden Bauten 488 Quadratmeter beträgt, ist Zurfluhs Spielraum also beschränkt. Die Gemeinde hätte laut Epper nichts dagegen, wenn die Liegenschaft wieder zu ihren Wurzeln als Restaurant zurückfinden würde.