Unter lautstarkem Quietschen kam der Sonderzug der FCZ-Fans in Pratteln am Sonntagabend nach dem 2:0-Sieg des FC Basels zum Stillstand. Kurz darauf verliessen rund 25 vermummte Personen den Zug und liefen über die Gleise.

Die Einsatzleitung der Baselbieter Polizei schien auf dieses Szenario vorbereitet: Einsatzkräfte waren vor Ort. «Wir hatten die Lage jederzeit unter Kontrolle», sagt Sprecher Adrian Gaugler. Die Polizei beurteile jedes Fussballspiel einzeln. Das Wetter oder auch die Tabellensituation der Liga seien beispielsweise Faktoren, die in die Beurteilung einfliessen.

Die Vermummten zogen sich wegen der Präsenz der Polizei wieder in den Zug zurück.

Wegen des Vorfalls sperrte die SBB den Zugverkehr via Pratteln für knapp eine halbe Stunde. Dies, weil sich die ausgestiegenen Personen in Lebensgefahr begeben hätten. Züge wurden via Adlertunnel umgeleitet.

Die Aufregung hält sich in Grenzen

Im Gegensatz zu früheren Fällen, in denen Insassen des Sonderzuges die Notbremse gezogen hatten, kam es am Sonntag weder zu Angriffen auf die Polizei, noch zu Sachbeschädigungen. Niemand wurde verletzt.

Das mag ein Grund sein, wieso weder der Mediensprecher des FC Zürich noch die meisten der von der bz angesprochenen Prattler Politiker über den Vorfall informiert waren. Auch der Medienverantwortliche des FC Basels erfährt erst durch die bz vom Vorfall. Deswegen wollen sich die beiden Fussballclubs auch nicht näher zum Vorfall äussern. Die Fanverantwortlichen des FC Zürichs arbeiten daran, auf die Thematik zu sensibilisieren. «Wir versuchen, an den gesunden Menschenverstand zu appellieren», heisst es.

Auch der Gemeindepräsident von Pratteln, Stephan Burgunder, macht gegenüber der bz kein Fass auf. Vor rund einem Jahr sah das anders aus: Der Einwohnerrat diskutierte ausgesprochen emotional über die Angelegenheit. Grund dafür waren FCZ-Fans, die in Pratteln die Notbremse zogen, ausstiegen und rund um den Bahnhof einen Sachschaden in der Höhe einer Viertelmillion verursachten. Der FCB soll zur Verantwortung gezogen werden, hiess es.

Für die Gemeinde das Wichtigste: kein Vandalismus

Der FC Basel zeigte sich damals gegenüber den Medien offen für Lösungsvorschläge der Gemeinde. Diese ging auf den Fussballklub zu, in der Zwischenzeit haben Gespräche stattgefunden.

Über den Inhalt schweigen sich sowohl die Verantwortlichen des FC Basels als auch der Gemeinde Pratteln aus: «Es gab diverse Gespräche auf verschiedenen Ebenen. Seither kam es in Pratteln zu keinen Sachbeschädigungen mehr. Das ist für den Gemeinderat das Wichtigste», schreibt Burgunder auf Anfrage der bz.