CVP-Regierungsrat Anton Lauber will gemeinsam mit seinen bürgerlichen Amtskollegen Thomas Weber (SVP) und Monica Gschwind (FDP) sowie mit Neuling Thomas de Courten (SVP) in den Regierungswahlkampf steigen. Laubers Partei strebt für die kantonalen und nationalen Wahlen 2019 hingegen eine Mitte-Koalition an.

Nun liegt das schriftliche Agreement der Präsidenten von CVP, BDP und GLP vor, bestätigt CVP-Chefin Brigitte Müller-Kaderli. Dieses muss nur noch von den jeweiligen Parteivorständen abgesegnet werden. Gemäss Müller soll die Koalition Ende nächster Woche besiegelt sein.

Die zentralen Elemente dieser Koalition sind: eine Unterstützung für CVP-Regierungsrat Lauber im Rahmen eines von der CVP angeführten zweiten Komitees, gemeinsame Listen für die Landratswahlen in den Wahlkreisen Sissach, Gelterkinden und Waldenburg sowie Listenverbindungen an den Nationalratswahlen im Herbst 2019. Letztere soll helfen, Elisabeth Schneider-Schneiters (CVP) Sitz im Bundesparlament zu halten. Für die Mitte liege gar ein zweiter Sitz drin, zeigt sich Marc Bürgi optimistisch.

Der BDP-Chef steht klar hinter dem Agreement. Bürgi kündigt zudem an, seine Partei werde nicht «nur» Lauber unterstützen, sondern auch SVP-Magistrat Thomas Weber: «Seine Realpolitik bei den Spitälern entspricht der BDP sehr», lobt Bürgi.

EVP bleibt vorerst aussen vor

Etwas vorsichtiger äussert sich GLP-Präsident Hector Herzig. Zwar zeigt er sich inhaltlich überzeugt von der Koalition mit BDP und CVP: Eine starke Mitte sei angesichts der zunehmenden Polarisierung nötiger denn je. Für ihn ist aber zentral, dass das Bündnis nicht bloss aus wahlarithmetischen Gründen geschlossen werde. «Wir fordern daher, dass es im Landrat eine gemeinsame Mitte-Fraktion geben wird», sagt Herzig.

Noch Gesprächsbedarf ortet er bei den Regierungswahlen: «Die GLP unterstützt grundsätzlich CVP-Regierungsrat Lauber. Ob wir im CVP-Komitee mitmachen, ist aber noch offen», sagt Herzig.

Vorerst nicht dabei ist die EVP. Deren Präsident Martin Geiser kritisierte in der bz kürzlich den «Zickzack-Kurs» der CVP. Noch immer offen ist, ob die EVP mit einer eigenen Regierungskandidatur ins Rennen steigt, sagt Geiser. Zudem profitiert die EVP bei den Landratswahlen kaum von einer Mitte-Koalition – ist doch die Partei just im Oberbaselbiet genug stark für eigene Listen.

Bei den Nationalratswahlen im Herbst hingegen könnte die EVP Interesse an einer Listenverbindung mit CVP, GLP und BDP haben, betont Geiser. Laut CVP-Chefin Müller wäre die EVP in der Mitte-Koalition aber weiterhin willkommen.