«SRF bi de Lüt», das ist ein bisschen Kochsendung «al dente». Das ist ein bisschen «Wetten dass..?». Das ist eine Portion «Kampf der Chöre». Und es ist ganz viel gutschweizerische Unterhaltung. Verpackt in eine gut zweistündige Show, durch die Nik Hartmann als Moderator und gleichzeitig prominenter Hauptdarsteller führt.

In «Arlese» kam Hartmann mit seinem Humor gut an. Wild durcheinandergewürfelt kommen verschiedenste Personen aus dem Baselbiet vor die Kameralinse. Vom fussballverrückten Basel über Baselbieter Gärten zum ersten Schweizer Fernsehen in Münchenstein bis zur schnellsten Schweizerin Jndia Erbacher: Die Themenpalette ist fast zu reichhaltig. Die «SRF bi de Lüt»-Welt ist eine heile Welt. Auch dann, wenn Sänger Baschi in seiner neuen Single «Wenn d’Welt» ein apokalyptisches Szenario besingt, dringt pure Harmonie in die Schweizer Stuben. Der Gelterkinder tut dies mit einer Elvis-Presley-Frisur und einem Blumen-Hemd. «Ich fühle mich wie Jürgen Drews», sagt Baschi. Starke Rhythmen bringt die Perkussion-Band «STICKstoff» auf den Dom-Platz.

Huggel scheitert als Trainer

Die FC-Basel-Herzen schlagen in Arlesheim. «SRF» weiss dies, und setzt kurz vor der WM voll auf den Fussball als verbindendes Element zwischen den beiden Basel. «Die Konkurrenz zwischen Baselland und Basel-Stadt gibt es nur noch auf dem Papier», sagt ein Arlesheimer in der Strassenumfrage. Nik Hartmann besucht in einer Reportage das Joggeli. Dabei kriegt der Moderator beim Einlauf ins leere Stadion Hühnerhaut. Man nimmt es ihm nicht wirklich ab. Es folgt eine plumpe Frage, wessen Schweiss im FCB-Kader am schlimmsten stinke. Die Wäscherin kann sie nicht beantworten. Nur ganz zum Schluss ist die Schönwetter-Stimmung auf dem Domplatz kurz weggeblasen. Die Fussball-Wette geht verloren. Eine Mitschuld an der verlorenen Wette trägt Lokalmatador Benjamin Huggel. Der Ex-FCB-Profi und heutige Fussballexperte figuriert beim Torwand-Schiessen als «Trainer» und selektioniert die Schützinnen und Schützen. In seiner Auswahl durchmischt er «Männlein und Weiblein» – O-Ton Huggel. Weil die Arlesheimer im Torwand-Schiessen versagen und nicht alle zwölf virtuellen Felder treffen, muss sich Gemeinderat Lukas Stückelberger ein Meister-Trikot aus Bern überstreifen. Damit nicht genug: Die YB-Hymne hallt durch Arlese und Stückelberger singt zwangshalber mit. Begleitet wird sein Gesang von lauten Pfiffen und Buhrufen. Moderator Hartmann vermag mit seinen Worten die kurzzeitige Disharmonie im Nu aufzulösen: «Ich freue mich auf die Fasnacht.» Mit dem eigens für «SRF bi de Lüt» zusammengestellten Chorgesang und dem «Wer nid gumpt, dä isch kei Basler» ist die kleine Welt auf dem Domplatz wieder im Lot.