In Allschwil gibt es kein Entrinnen vor der Baustelle Baslerstrasse. Die Hauptverkehrsader der Gemeinde ist derzeit auf fast der gesamten Länge aufgerissen. Der Kanton lässt Belag, Leitungen und Tramgleise erneuern. Die Strasse muss auch von vielen Schulkindern gequert werden. In Allschwil macht man sich Sorgen um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler – das wurde an der jüngsten Sitzung des Einwohnerrats am Mittwochabend klar.

Die SVP-Fraktion reichte einen dringlichen Vorstoss ein. Er forderte unter anderem, dass die Gemeinde die Aufgabe der Sicherheit in die eigene Hand nimmt. Weil die Baslerstrasse eine Kantonsstrasse ist, zeichnet das kantonale Tiefbauamt verantwortlich für die Arbeiten.

Unzuverlässige Lotsen?

Einwohnerräte der SVP, aber auch von anderen Parteien, äusserten harsche Kritik an der Bauleitung. So seien Umleitungen für die Kinder mangelhaft oder gar nicht ausgeschildert, ebenso seien nicht alle Baustellen-Lotsen ihrer Aufgabe gewachsen. So komme es immer wieder zu gefährlichen Situationen. An manchen Stellen fahre das Tram nur wenige Zentimeter an den Fussgängern vorbei.

Gemeinderat Franz Vogt (CVP) sagte, man stehe in Kontakt mit dem Kanton und der Lotsenfirma. Das Tiefbauamt habe drei zusätzliche Lotsen versprochen. Schon heute werde jedes Baustellenfahrzeug von einem Lotsen begleitet. Ansonsten seien dem Gemeinderat die Hände gebunden: Die Strasse sei nicht Hoheitsgebiet der Gemeinde – der Gemeinderat könne nur Anregungen und Kritik transportieren.

Das dringliche Postulat wurde vom Einwohnerrat nicht überwiesen: 9 Ja- standen 19 Nein-Stimmen und 5 Enthaltungen gegenüber. Für eine Überweisung stimmten, neben der SVP-Fraktion, nur diejenige von Grünen/EVP/GLP. Der Gemeinderat versprach, sich in Liestal mit Nachdruck für Verbesserungen einzusetzen.

Die Baslerstrasse wird seit Juli 2018 und noch bis 2020 totalsaniert, von der Grenze zu Basel am Morgartenring bis zum Grabenring. Mit der Totalerneuerung gibt es neue Velostreifen, ebenso werden die Haltestellen des 6er-Trams umgestaltet.