Am vergangenen Samstag ist die Informatik-Olympiade 2018 mit der Schlussfeier an der Universität Bern zu Ende gegangen. Insgesamt konnten vier Jugendliche mit Ideen, Handwerk und funktionierenden Programmen überzeugen und holten sich damit Gold.

Neben dem Oberwiler Gymnasiast Bibin Muttappillil wurden Nicolas Camenisch (Kantonsschule Wettingen, AG), Elias Boschung (Collège St. Michel, FR) und Tobias Feigenwinter (Kantonsschule Schüpfheim, LU) mit der Goldmedaille ausgezeichnet. 

Ein langer Weg bis zum Sieg

Die vier Gymnasiasten mussten einiges leisten, um mit dem Sieg nach Hause gehen zu können. Über 100 Jugendliche aus der ganzen Schweiz haben am Wettkampf teilgenommen, der im Oktober 2017 mit einer Online-Challenge startete. Nach einem Winterlager und zwei weiteren Prüfungen im März 2018 setzten sich dann 12 Jugendliche durch, darunter auch die vier Sieger.

Die 12 Finalisten kämpften schliesslich an zwei Wochenenden um die Medaillen: Zuerst in der e-Sports-Bar von Lenovo in Zürich, anschliessend an der Universität Bern. Die Schüler hatten jeweils 10 Stunden Zeit, um 8 anspruchsvolle Programmieraufgaben zu lösen. 

Das Kämpfen hat sich aber gelohnt: Die vier Gewinner dürfen im September die Schweiz in Japan an der Internationalen Informatik-Olympiade vertreten. 

Wie Algorithmen helfen, scharfes Essen zu sortieren

Die Jugendlichen entwickelten insgesamt 16 Algorithmen, so zum Beispiel das «Pathsharing»-Programm: Auf einem Strassennetz sollen zwei Personen mit unterschiedlichen Zielorten möglichst lange den gleichen Weg zusammengehen.

Bei einer anderen Aufgabe ging es um das Thema Sortierung. Das Szenario: In einem Restaurant sortiert ein Gast alle Speisen nach ihrer Schärfe, dies zusammen mit Testpersonen. Die Jugendlichen schrieben einen Algorithmus, der die Testergebnisse vergleicht und sortiert. Sortierungen sind sehr praxisrelevant, unser Computer leistet sie täglich.

Johannes Kapfhammer, Präsident der Olympiade und Informatikstudent an der ETH Zürich erklärt: «Wir geben den Schülern weiter, wie sie Ideen entwickeln, hinterfragen und begründen können.» Das nötige Fachwissen und das Programmierhandwerk erarbeiten sich die Teilnehmer in Kursen – und zu Hause.

Auf den Informatik-Unterricht in der Schule können sie weniger zurückgreifen. Mirjam Sager, Kommunikationsbeauftragte der Wissenschafts-Olympiade, erklärt: «Lange Zeit war Informatik kein Fach an der Mittelschule, so konnten die Jugendlichen das Wissen nicht von dort mitnehmen.» Mittlerweile sei das Fach aber Bestandteil des Lehrplans 21. Sager fügt hinzu: «Sowieso bilden sich die meisten, die an der Informatik-Olympiade teilgenommen haben, autodidaktisch weiter.»