In Pratteln plant die Elektra Baselland (EBL) ihr Prestigeprojekt. Für über 40 Millionen Franken will sie das grösste Baselbieter Holzheizkraftwerk bauen. Nach dem kriselnden Solarkraftwerk in Spanien ist es das zweitgrösste Projekt in der Geschichte der Genossenschaft. Im derzeit aufliegenden Umweltverträglichkeitsbericht steht, dass in Pratteln jährlich 21 000 Tonnen Holz verbrannt werden sollen. Das entspricht sieben Lastwagenfahrten, täglich.

Das Prestigegeschäft der EBL ist damit auch ein Prestigegeschäft für die Waldbesitzer der Region. Sie organisieren sich in der Raurica Waldholzvermarktung AG mit Sitz in Liestal, die vom Waldwirtschaftsverband beider Basel lanciert wurde. Diese Firma bündelt die Offerten der Waldbesitzer - die Mehrheit sind Bürgergemeinden - und unterbreitete der EBL ein Angebot für 38 Franken pro Megawattstunde.

Doch die Raurica Waldholzvermarktung geht nun leer aus. EBL hat deren Offerte nämlich abgelehnt, wie die Zeitung «Schweiz am Sonntag» berichtet. Der Grund sind die hohen Preise, die laut EBL-Geschäftsleitungsmitglied Beat Andrist politisch festgelegt werden.

Das benötigte Holz wird die EBL nun von der Aussenseiterfirma Bio Energie Lützeltal GmbH beziehen, die einen günstigeren Preis vorgeschlagen hat. Die Raurica Waldholzvermarktung kritisiert diesen Entscheid und rät den Förstern der Region ab, mit der Bio Energie Lützeltal langfristige Verträge abzuschliessen. (rsn)