Rolf Studer, Co-CEO der Uhrenfirma in Hölstein, ist in aufgeräumter Stimmung. Ja, das Jahr habe gut begonnen, mit einem zweistelligen Wachstum. Man werde jetzt sehen, wie die Baselworld laufe, an der Oris mit einem mehrstöckigen Stand präsent ist. Er geht davon aus, dass sich das ganze Jahr 2018 in der Art entwickeln wird.

«Wir liefern seriöse Uhrmacherei, zu einem Peis, der Sinn macht», sagt Studer. Eine hochkomplexe Tourbillon am Arm? Nein. Zu schwer. Und einfach nicht gemacht fürs Handgelenk. Viel eher gehen da Taucheruhren mit Tiefenmesser oder eine Fliegeruhr mit Altimeter – für Flugzeuge mit Druckkabinen mässig sinnvoll –, eine Uhr mit Gangreserve-Anzeige der Aufzugsautomatik. Oder eine mit einer Anzeige einer zweiten Zeitzone. Diese ist etwa auf der GMT Rega Limited Edition zu haben. «Rega ist die renommierteste Marke der Schweiz», sagt Studer.

Die Uhr mit dem schlichten Design kostet 2550 Franken. «Wir hatten mit unserer Strategie auch etwas Glück. Wir haben den Zeitgeist getroffen, wir gehen in die gleiche Richtung.»
Richtig: Vieles ist Marketing. Wie so oft in der Branche, werden auch um Oris-Uhren Geschichten erzählt und geschrieben. Geschichten – das kann auch historisch gemeint sein: Die Retro-Uhren nehmen bei Oris viel Platz ein und entlocken dem Betrachter nicht selten ein Schmunzeln. Die Big Crown Pointer Date beispielsweise kommt mit einem Bronzegehäuse, einem grünschimmernden Zifferblatt und gewölbtem Glas. Es ist eine Reverenz an eine 80-jährige Uhren-Ikone der Oris-Geschichte.

Eine Geschichte will auch die Aquis-Uhr erzählen. Sie ist dem Wasser, dem Rhein gewidmet. Aquis Clipperton erinnert an das gefährdete Atoll gleichen Namens im Pazifik, 1000 Kilometer westlich der mexikanischen Küste. Es ist akut bedroht, von Plastikabfällen und von intensiver Fischerei. Oris hatte 2017 eine wissenschaftlich Expedition gesponsert. Das Atoll ist ein wichtiger Lebensraum für Zugvögel und Fische. (sts)