Rund um die Immobilien der Pensionskasse der Helvetia Versicherung im Liestaler Oristal – ein Hochhaus und sechs Mehrfamilienhäuser – geht es derzeit Schlag auf Schlag vorwärts: Vorgestern wurden die Mieter der 126 Wohnungen über die bevorstehenden Schritte informiert, am Dienstag erhielt ein erster Teil von ihnen die Kündigung per März 2018, heute reicht die Helvetia das Baugesuch für das Gesamtprojekt Orisplus ein. Dieses derzeitige Stakkato täuscht allerdings darüber hinweg, dass das Projekt, in dessen Verlauf es auch eine neue Quartierplanung brauchte, von langer Hand aufgegleist worden ist.

Neu acht statt sieben Gebäude

Die federführenden Architekten von den beiden Basler Büros Burckhardt & Partner und Burckhardt Immobilien sehen nun ein etappiertes Vorgehen vor: In der ersten Etappe, die im April 2018 beginnt, sollen die drei kleinsten Gebäude abgerissen und die ersten beiden von insgesamt vier viergeschossigen Neubauten erstellt werden. Gleichzeitig sollen zwei der vier stehenbleibenden Mehrfamilienhäuser saniert werden.

In der zweiten Etappe, die im April 2019 beginnen soll, werden das dritte Mehrfamilienhaus und das Hochhaus saniert sowie zwei weitere Neubauten erstellt. «Orisplus» wird nach der Fertigstellung Ende 2020 somit aus vier totalsanierten Bauten und vier Neubauten mit insgesamt 174 Wohnungen für rund 400 Bewohner bestehen. Zudem gibt es vier Gewerbeeinheiten. Die dadurch kleiner werdende Grünfläche soll dafür mit einem attraktiven Kinderspielplatz aufgewertet werden.

Die Helvetia will weiterhin alle Wohnungen vermieten, allerdings zu neuen Konditionen. Mediensprecher Hansjörg Ryser sagt dazu: «Die Mietzinse werden sicher steigen, weil Standard und Komfort höher sein werden. Um wie viel, kann ich derzeit nicht sagen. Es gibt aber keine Luxuswohnungen.» Für die heutigen Mieter gebe es eine Art Vormietrecht, ergänzt Ryser. Zudem könnten jene, die in den Häusern wohnten, die erst in der zweiten Etappe saniert werden, in die Neubauten der ersten Etappe wechseln, falls sie das wollten.

Bestehen bleibt die Volg-Filiale, die derzeit in einem der Abrissbirne geweihten Häusern untergebracht ist. Sie wird in einem Jahr vorübergehend in eine provisorische Baracke und später dann in einen der Neubauten umziehen. Insgesamt will die Helvetia einen grösseren zweistelligen Millionenbetrag ins Projekt Orisplus investieren.

Erste grosse Sanierung

Die im Volksmund «Knoll-Blöcke» genannten Bauten – allen voran das Hochhaus – prägen ein Stück weit Liestals Stadtbild. Das Ensemble wurde von der ehemaligen Firma Knoll in den 1960er-Jahren in erster Linie fürs Personal erstellt und vor zwölf Jahren von der Pensionskasse der Helvetia Versicherung übernommen. Laut Ryser ist die nun vorgesehene Sanierung die erste derart umfassende.