Neben den ordentlichen Traktanden gab noch ein weiteres Thema im heutigen Liestaler Einwohnerrat zu reden. Oder zu tuscheln. Wer wird schlussendlich um einen Sitz im Stadtrat kämpfen? Neben der Grünen Marie-Theres Beeler ist seit Dienstag auch bekannt, wer von der FDP in den Stadtrat will: Karin Jeitziner wurde von der Ortspartei offiziell nominiert. Dies, nachdem sich die FDP und die SVP nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten oder eine gemeinsame Kandidatin hatten einigen können. Was macht nun die SVP? Offiziell entscheidet sie zwar erst am Donnerstag. Allerdings brodelt die Gerüchteküche. So geisterte der Name von Markus Rudin als aussichtsreichster SVP-Kandidat durch die Gänge.

Gleichzeitig wurden im Einwohnerrat einige Vorstösse behandelt. Am meisten zu reden gab das neue Marktkonzept. Zwar erreichte eine dringliche Interpellation der Mitte- und der SVP-Fraktion nicht das erforderliche Quorum von zwei Dritteln aller Stimmen. In dem Vorstoss äusserten die beiden Fraktionen die Befürchtung, dass sich Liestal in Sachen Warenmarkt «ins Abseits manövriert». Die Frage wurde selbst dann noch behandelt, als SP-Stadträtin Regula Nebiker die Bewirtschaftung der Allmend im neu gestalteten Stadtzentrum vorstellte.

Nur noch zwei Warenmärkte

«Das Stedtli soll noch stärker zu einem Begegnungsort werden», betonte Nebiker. Deshalb sollen Geschäfte und Beizen weiterhin auf der Rathausstrasse ihre Produkte zeigen können. Überarbeitet wurde hingegen das Marktkonzept, das bereits im kommenden Jahr greifen soll.

Der Genussmarkt, der jeden Samstag von der Stadt gemeinsam mit dem Landwirtschaftlichen Zentrum Ebenrain durchgeführt wird, soll noch mehr Anbietern aus der Landwirtschaft, aber auch Marktfahrern, offenstehen. Der Weihnachtsmarkt wird verlängert und vergrössert: In diesem Jahr dauert er vom 6. bis 10. Dezember. Hingegen soll es künftig in Liestal nur noch zwei Warenmärkte pro Jahr geben, jeweils im Frühling und Herbst; erstmals am 25. April 2018. Zurzeit gibt es noch deren vier. Nebiker sagte weiter, dass die Beiträge der Stadt gleich hoch blieben: «Somit steht für zwei Märkte mehr Geld zur Verfügung.» So könnten die beiden Märkte angereichert werden mit Rösslirytti, Putschauteli und anderen Attraktionen. Der Gemüsemarkt am Dienstag bleibt hingegen bestehen. In der zweiten Oktoberhälfte soll eine Informationsveranstaltung über das neue Liestaler Marktkonzept stattfinden, führte Nebiker weiter aus.

Diese Reduktion stiess denn auch auf einige Kritik im Rat. Beat Gränicher (SVP) bezweifelte, ob zwei Warenmärkte ausreichen würden, «in Liestal Markstimmung aufkommen zu lassen». Er appellierte an den Stadtrat, im Rahmen des neuen Marktkonzepts die Ladeninhaber nicht mit zu vielen Auflagen zu belasten.

Thomas Eugster (FDP) mahnte, man müsse auch an die Marktfahrer denken, denen die Verdienstmöglichkeiten halbiert würden. Und Hanspeter Meyer (SVP) äusserte gar die Befürchtung, dass ein grösserer Markt für den einzelnen Marktfahrer weniger abfallen lasse. Deshalb hätten Marktfahrer 600 Unterschriften für eine Petition gesammelt, in der sie weiterhin vier Warenmärkte pro Jahr verlangen. Meret Franke (Grüne) und Marianne Quensel (SP) dagegen zeigten sich beide «begeistert» vom neuen Marktkonzept.