«Ich habe mit Freude zur Kenntnis genommen, dass mir bereits der erste Marsch geblasen worden ist.» Alles drehte sich am Montagabend um Bundesrat Johann Schneider-Ammann, und der Wirtschaftsminister wusste genau, wie er die 550 Anwesenden in der Pfeffinger Mehrzweckhalle für sich einnehmen konnte. Der Trommelwirbel der Tambouren der Liestaler Rotstab-Clique, mit dem der Stargast begrüsst wurde, bildete den Auftakt zum 23. Pfeffinger Forum, diesmal zur Bedeutung von Wirtschaftsverträgen für die Schweiz (siehe bz von gestern).

Neben Schneider-Ammann, der das Zusammenspiel der «Trilogie» von WTO-Mitgliedschaft, Freihandelsabkommen und bilateralen Verträgen mit der EU ausführte, sprachen auch die Basler Ständerätin Anita Fetz und die Baselbieter Nationalrätin Daniela Schneeberger. Den Abschluss bildete die von FHNW-Professor Philipp Hammel geleitete Podiumsdiskussion mit Andreas Burckhardt (Baloise), Matthias Leuenberger (Novartis) und Klaus Endress (Endress+Hauser) als Vertretern der Wirtschaft sowie den beiden Regierungsräten Christoph Brutschin (Basel-Stadt) und Thomas Weber (Baselland). So kritisch sich beispielsweise Fetz zu den Investitionsschutzabkommen äusserte («Wir riskieren einen Reputationsschaden»), so einig waren sich alle Teilnehmer in ihrer Ablehnung der «gefährlichen» Ecopop-Initiative.

Mit Schneider-Ammann schaffte es Forum-Gründer Paul Schär, den noch fehlenden amtierenden Bundesrat nach Pfeffingen zu lotsen. Wegen des Wahljahres 2015 gönnt er nun den Magistraten eine Pause. Stattdessen werden Journalist Ulrich Tilgner, Ex-Botschafter Thomas Borer und Armeechef André Blattmann zum Thema «Wunschdenken Frieden?» auftreten. Die 24. Ausgabe wird bereits am 12. Mai 2015 stattfinden.