CVP-Kantonalpräsident Marc Scherrer bestätigte gestern Abend gegenüber der bz entsprechende Gerüchte. Müller selbst war für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Gemäss Auskunft des Parteipräsidenten zieht Müller die Konsequenz aus dem für ihn enttäuschenden Wahlergebnis am 8. Februar, als er auf der CVP-Liste im Wahlkreis Oberwil mit 1015 Stimmen bloss das viertbeste Resultat erreichte und weit hinter der bestätigten Bisherigen Christine Gorrengourt (2154) und dem gewählten Neuling Pascal Ryf (1918) die Wiederwahl klar verpasste.

Müller wird sich für die restlichen Landratssitzungen bis zum Beginn der neuen Legislatur am 1. Juli beurlauben lassen. Im Gegensatz zu einem sofortigen Rücktritt entfällt damit eine Nachfolgeregelung. Diese hätte nämlich einiges Kopfzerbrechen bereitet: 2011 war Müller als BDP-Kandidat ins Parlament gewählt worden, erst im Mai 2012 wechselte er zu den Christdemokraten. Bei einem Rücktritt hätte die BDP für knapp vier Monate einen Nachrückenden stellen können, der aber am 1. Juli seinen Sitz wiederum an den CVP-Neuling Ryf hätte abtreten müssen. Gemäss Scherrer verzichtete BDP-Parteipräsidentin Marie-Therese Müller auf eine derart sinnlose Prozedur.

Der 65-jährige Müller gehörte bisher im Landrat der Volkswirtschafts- und Gesundheitskommission sowie der Geschäftsprüfungskommission an. Ausserhalb des Parlaments engagierte er sich in Komitees für das Hooligan-Konkordat oder gegen die Südumfahrung. (bos)