Peter Vetter, die entscheidende Frage zu Ihrem Nichtwiederantritt ist: Welchen Anteil hatten daran die Untersuchung und die Befunde der Geschäftsprüfungskommission? 

Peter Vetter: Die GPK war natürlich schon ein Faktor, der dazu geführt hat, dass ich meine Kandidatur zurückgezogen habe. Die Art der Kritik und der öffentlichen Diskussion hat mich in Mitleidenschaft gezogen. Ich war wegen der vielen Nebengeräusche angeschlagen, sodass ich nicht mehr sicher sein konnte, wieder in die Spur zu kommen. Ein Burnout aber wollte ich nicht unbedingt einfangen.

Aus der Politik aber haben Sie auch viel Unterstützung erfahren. Es war eher die GPK samt Präsident Hanspeter Weibel, die wegen der Kritik an Ihnen Prügel bezog.

Das ist wohl richtig. Ich hätte mich über die vielen positiven Rückmeldungen freuen können. Aber es entspricht einfach nicht meiner persönlichen Vorstellung, dass ein so wichtiges öffentliches Amt zum Spielball parteipolitischer Interessenlagen werden kann. Wenn es nur darauf hinausläuft, wer sich gerade mit welchen Koalitionen über Wasser halten kann, dann ist dies kein Bereich, in dem ich tätig sein möchte. Da habe ich ein anderes Verständnis von der Rolle der Politik und der Verwaltung.

Ihr Rückzug scheint schon vor längerer Zeit aufgegleist worden zu sein. Die neue Stelle in der Anwaltskanzlei Swiss-Legal werden Sie ja nicht über Nacht bekommen haben.

Ich habe vor zwei, drei Monaten damit begonnen, mich nach beruflichen Alternativen umzusehen, da ich nicht mehr sicher war, ob ich mein Amt behalten möchte. Letztlich war es aber Zufall, dass sich bei Dürr + Partner gerade jetzt eine Vakanz ergeben hat und ich angefragt wurde, ob ich Interesse hätte. Daraus hat sich dann eine Eigendynamik ergeben. Ich habe dann wirklich lange geschwankt, mich aber letztlich für meine Gesundheit und die Familie entschieden.

Gibt es eine Botschaft, die Sie nun an die Öffentlichkeit richten wollen?

Dazu äussere ich mich nicht. Es ist jetzt Sache der Politik, aus meinem Fall Lehren zu ziehen. Es wäre verkehrt, wenn ich als Moralapostel aufträte.