Heute ist Allerheiligen. Das christliche Fest wird im Kanton Baselland nur in Röschenz, Liesberg und Roggenburg gefeiert. Gesetzlich anerkannt ist es jedoch auch da nicht. Der Tag nach Allerheiligen wird allen Seelen im Fegefeuer gewidmet. Am Allerseelentag werden traditionell die Gräber mit Lichtern geschmückt, um der Verstorbenen im Fegefeuer zu gedenken.

Franz Sabo, an Allerheiligen wird aller Verstobenen gedacht. Was ist eigentlich der Hintergrund dieses Feiertages?

Franz Sabo: Die Anfänge des Allerheiligenfestes reichen bis ins 4. Jahrhundert zurück. Ursprünglich war es ein Gedenktag nur für heilige Märtyrer. Das Fest «aller» Heiligen am 1. November kam im 8. Jahrhundert aus Irland und England auf den europäischen Kontinent. Es hat sich bald allgemein durchgesetzt.

Was steht an Allerheiligen im Zentrum?

An Allerheiligen richtet sich unser Blick auf die Vollendung, auf die Erlösung im Reich Gottes. Alle Erlösten wären dann sozusagen Heilige. Wir glauben, dass unsere Verstorbenen dazugehören.

In nur 3 von 86 Baselbieter Gemeinden wird Allerheiligen gefeiert. Welchen Stellenwert hat der Feiertag in unserer Gesellschaft?

Natürlich hat er nur noch in den katholischen Gegenden eine Bedeutung und auch da ist die Wertschätzung unterschiedlich. Jedoch ist kein Gottesdienst so gut und vielfältig besucht wie jener an Allerheiligen. Das zeigt zumindest, welchen Stellenwert Allerheiligen bei uns noch hat.

Und warum sind die Gottesdienste an Allerheiligen so gut besucht?

Obwohl wir in den letzten Jahrzehnten einen Massenexodus aus den traditionellen Kirchen verzeichnen und obwohl Allerheiligen vielerorts kein Feiertag mehr ist, ist die Verbundenheit mit geliebten Verstorbenen geblieben.

Glauben Sie an ein Leben nach dem Tod?

Ich glaube an das Leben. Der Tod ist ein Teil davon.

Wie begehen Sie in Ihrer Kirche in Röschenz den Feiertag?

Es wird einen feierlichen Gottesdienst geben, mit Orgelmusik und Gesang. Für alle Verstorbenen seit Allerheiligen 2012 wird eine gesegnete Kerze angezündet, welche die Verwandten nach dem Gottesdienst mit nach Hause nehmen dürfen. Nach der Messe werden die Gräber gesegnet. In der Messe werden das Leben, der Tod und unsere Beziehungen thematisiert. Denn unsere Zeit hier ist begrenzt, darum sollten wir sie nicht vergeuden. Wir müssen unsere Beziehungen pflegen und auf unsere Gesundheit achten, denn wir haben nur dieses eine Leben und das sollten wir auch lieben.