Am 28. Februar konnten in Pfeffingen erst drei Gemeinderatssitze besetzt werden. Im zweiten Wahlgang der Gesamterneuerungswahlen am 10. April geht es um die zwei letzten Sitze im fünfköpfigen Gemeinderat. Doch egal, für wen sich die Stimmbürger entscheiden – zwei Sachen stehen jetzt schon fest: Die 2330–Seelen-Gemeinde bleibt in rein bürgerlicher Hand, und sie bleibt eine Hochburg der Parteilosen.

Bereits gewählt sind die drei Bisherigen Sven Stohler-Pfister (FDP), Ruben Perren und Ralf Klossner (beide parteilos). Die grössten Chancen, die noch zu besetzenden zwei Sitze zu ergattern, haben Jacqueline Cueni-Meury (CVP) und Susanne Schindler (FDP). Sie kandidierten am 28. Februar als Neue und verpassten das absolute Mehr gerade mal um eine einzige, beziehungsweise um zwei Stimmen.

Cueni werde Stimmen von FDP- und SVP-Anhängern erhalten, prognostiziert Heidi Häring-Franz, Präsidentin der CVP Aesch-Pfeffingen. Und die FDP wirbt mit dem Slogan «Keine ideologischen Scheuklappen» für ihre Kandidatin Schindler. Konkurrenz erhalten die beiden Frauen von zwei parteilosen Männern, nämlich Martin Kaiser und Andreas Schärer.

Aus dieser Konstellation lässt sich jetzt schon schliessen, dass die Linke leer ausgehen wird. Denn die Parteilosen gelten allesamt als bürgerlich. Und der einzige Linke im Rennen hat das Handtuch geworfen und tritt nicht mehr zum zweiten Wahlgang an, nämlich der Grüne Marco Agostini. Am 28. Februar war er auf dem siebten Platz gelandet. Er habe nur noch «wenig Chancen», gewählt zu werden, sagt er jetzt.

Dabei legte im ersten Wahlgang mehr als jeder dritte Pfeffinger Wähler eine Stimme für ihn ein und brachte damit zum Ausdruck, dass wenigstens ein Nicht-Bürgerlicher im Gemeinderat sitzen sollte. Ebenfalls aufgegeben hat der Grünliberale Jean Jacques Welz.

Bonus der Unabhängigen

In früheren Jahren hatte auch die SP keinen Erfolg gehabt beim Versuch, einen Gemeinderat zu stellen. Bei den diesjährigen Wahlen versuchte sie es gar nicht erst. Die wenigen linken Pfeffinger können immerhin auf Agostini hoffen. Der meint nämlich optimistisch: «Ich kann mir gut vorstellen, in vier Jahren nochmals anzutreten.»

Er muss wohl auch dann mit der Konkurrenz von auffallend vielen Parteilosen rechnen. So viele parteiungebundene Kandidaten, das kennt man sonst nur aus kleinen Oberbaselbieter Gemeinden. «Man kennt einander in Pfeffingen und braucht nicht unbedingt eine Partei im Rücken», erklärt CVP-Präsidentin Häring. Für Agostini ist es «fast schon ein Nachteil, in einer Partei zu sein». Denn als Unabhängiger gelte man in Pfeffingen als «bodenständiger und auf alle Seiten offen».

Die parteilosen Kandidaten rühmen tatsächlich ihre Unabhängigkeit. Schärer zum Beispiel sieht sich selber als «aufrichtige und transparente Persönlichkeit». Man kann in der Parteilosigkeit aber auch einen Nachteil sehen. Häring meint: «Man hat kein Feedback in der Partei und weiss nicht, was die Basis zu einzelnen Themen sagt.»