In zehn Tagen wird der Abschluss der Sanierung der Ruine Pfeffingen mit einem kleinen Volksfest begangen. In genau einer Woche informiert die Archäologie Baselland vorgängig die Medien über die wichtigsten Punkte der erfolgreichen Instandstellung. Bereits jetzt kann der Baselbieter Kantonsarchäologe Reto Marti feststellen, dass Sanierungsaufgabe mustergültig erledigt worden ist, weil bei allen Arbeiten stets der langfristige Erhalt im Vordergrund stand und nicht nur schnelles Flickwerk.

So wurde die gesamte Statik der alten Gemäuer überprüft und buchstäblich auf neue Beine gestellt. Zudem sind jetzt dank geschickter Teilrekonstruktionen die Konturen der gesamten Anlage viel klarer. Die Ruine Pfeffingen gehört zu den grössten und ältesten Burgen der Region. Ungefähr um 1000 gegründet, war sie im 13./14. Jahrhundert Sitz der Grafen von Thierstein.

Ein schönes Nebenprodukt der fünfjährigen, 6,9 Millionen Franken teuren Sanierung sind die Funde, die dank der archäologischen Begleitgrabungen ans Tageslicht gekommen sind. Bereits vor einem Jahr konnte Marti stolz ein mittelalterliches Feuerrohr und mehr als 100 Geschossreste und Pfeilspitzen vorweisen, welche Zeugnis von der kriegerischen Vergangenheit der mehrfach umkämpften Burg ablegen. Der jüngste, mindestens ebenso spektakuläre Fund ist eine Schachfigur aus Elfenbein, die von den Experten zurück ins 12./13. Jahrhundert datiert wird und ebenfalls kommende Woche erstmals öffentlich gezeigt wird.

Farnsburg frühestens 2019 an der Reihe

Doch nach der Sanierung ist vor der Sanierung. Getreu der im Januar 2008 vom Landrat einstimmig abgesegneten Unterhaltsstrategie der rund 80 Baselbieter Schlösser und Burgen ist als nächstes die Instandsetzung der Ruine Farnsburg oberhalb von Hemmiken an der Reihe. Allerdings steht bereits jetzt fest, dass sich der Beginn der Arbeiten um mindestens ein Jahr verzögern wird. Der Grund dafür ist, wie so oft im Baselbiet, das fehlende Geld.

Auf gut eine Million Franken jährlich während rund vier Jahren schätzt Kantonsarchäologe Marti den Aufwand für diese nächste grosse Burgen-Sanierung. 2018 hätten die Bauarbeiten beginnen sollen. Doch daraus wird nichts, da der Regierungsrat bereits 2016 weitere Jahrestranchen aus dem Investitionsplan für die Instandhaltung der Burgen sistiert hat und dementsprechend noch überhaupt keine Landratsvorlage für einen Verpflichtungskredit zugunsten der Farnsburg vorliegt.

«Wenn die Farnsburg in der kommenden Landratsdebatte um Budget und Finanzplanung 2018–2021 Ende Jahr unangetastet bleibt, wird die Archäologie Baselland wohl im Laufe von 2018 die entsprechende Vorlage für den Verpflichtungskredit erarbeiten», erklärt Marti das weitere Vorgehen. Dann könnten, falls der Landrat diesem Verpflichtungskredit zustimmt, irgendwann zwischen 2019 und 2023 die Bauleute auf der Farnsburg auffahren. Insbesondere die grosse Treppe hinauf zum Hauptturm befindet sich in einem erbärmlichen Zustand und entwickle sich mehr und mehr zur eigentlichen «Stolperfalle».

Es wird nur noch teurer

Wie stets in solchen Fällen weist der Baselbieter Kantonsarchäologe darauf hin, dass jede weitere Verzögerung die Sanierungsaufgabe nur noch grösser macht und die Kosten noch höher treibt, wenn der Zerfall ungebremst fortschreiten kann. «Wir wissen nicht, was dort unter der Haube sonst noch schlummert», warnt Marti. 2013 musste eine erste Sanierungsetappe für 275 000 Franken dringlich vorgezogen werden, nachdem an der mächtigen Schildmauer gefährliche Risse festgestellt worden waren, und der Zugang zur Farnsburg gesperrt wurde.