Das Musikfachgeschäft Piano Eckenstein ist ab März an der Binningerstrasse 152 in Allschwil zu Hause – im selben Ladengeschäft wie künftig auch Musik Hug, gleich an der Stadtgrenze, in Gehdistanz zur Endstation des 8er-Trams.

Die Vereinigung der Lokale ist kein Zufall. Musik Hug und Piano Eckenstein sind schon eine ganze Weile ein Paar. Bisher haben sie jedoch ein räumlich getrenntes Dasein gefristet. Hug übernahm Piano Eckenstein 2001. Das Fachgeschäft ist seit 1953 mit einem Verkaufslokal und einer Reparaturwerkstatt am Leonhardsgraben 48 ansässig, an strategisch günstiger Lage: Gleich um die Ecke liegt die Musik-Akademie und somit potenzielle Kundschaft.

Musik Hug und Piano Eckenstein würden per 25. Februar schliessen, sagt Andy Sutter, Mitglied der Geschäftsleitung der Musik Hug AG, zur bz. Ab März stünde das Geschäft in Allschwil offen, das genaue Eröffnungsdatum kenne man aber noch nicht. Alle fünf Eckenstein-Mitarbeiter würden weiterbeschäftigt.

Als Grund für die Zusammenlegung nennt Sutter Synergieeffekte. «Wir wollen unsere Kräfte am Standort Basel bündeln.» Das neue Verkehrskonzept Innenstadt habe beim Entscheid keine Rolle gespielt. Das Verkehrskonzept ist seit Anfang 2015 in Kraft. Seither dürfen Autos die Kernzone der Innenstadt nur noch eingeschränkt befahren. Piano Eckenstein liegt knapp ausserhalb des betroffenen Perimeters.

Ersatzlose Schliessung verhindert

Schon bisher arbeiteten Hug und Eckenstein eng zusammen. So sind laut Sutter Tasteninstrumente ausschliesslich am Leonhardsgraben revidiert und repariert worden. Eine Werkstatt für solche Arbeiten habe Musik Hug schon länger keine mehr besessen.

Sutter sagt, er sei davon überzeugt, dass die Laufkundschaft auch den Weg nach Allschwil auf sich nehmen werde: «Wir müssen den neuen Standort bekannt machen und schauen, dass die Kunden weiterhin zu uns kommen – das ist aber bei jedem Umzug gleich.» Die Musik-Akademie liege zwar nicht mehr in Sichtweite, das sei für Klaviere und Flügel aber auch nicht entscheidend: «Der Stimmer muss grundsätzlich zum Instrument und nicht umgekehrt. Das war auch bisher schon so.»

Ursprünglich wollte sich Musik Hug ganz aus der Region zurückziehen. Im Oktober gab das Unternehmen mit Sitz in Zürich bekannt, dass drei der zehn Standorte in der Schweiz aufgehoben werden sollen. Neben Basel waren dies die Filiale St. Gallen und eines der beiden Lokale in Zürich. Begründet wurden die Schliessungen mit der «zurückhaltenden Konsumentenstimmung». In einem Communiqué hiess es: «Die massiven Auswirkungen der Aufhebung der Frankenuntergrenze und die immer stärker werdende Konkurrenz des internationalen Online-Handels schwächen die inländischen Anbieter.» Es würden immer weniger gedruckte Noten und CDs verkauft.

1864 gegründet

Mitte Dezember jedoch wurde publik, dass die Basler Filiale nun doch nicht geschlossen wird, sondern nach Allschwil umziehen soll. Dies ging auf einen Vorschlag von Mitarbeitern zurück. 9 von ursprünglich 21 Angestellten der Filiale können weiterbeschäftigt werden. Ebenfalls im Dezember fiel laut Sutter der Entscheid, Hug und Eckenstein unter einem Dach zu vereinen.

Piano Eckenstein kann in Basel auf eine lange Geschichte zurück blicken. Die erste Klavierhandlung mit kleiner Reparaturwerkstätte eröffnete Wilhelm Gnoepff 1864 am Petersgraben. Nach Zwischenstationen am Blumenrain und am Nadelberg zog der Betrieb im Jahr 1953, mittlerweile in eine AG umgewandelt, an den Leonhardsgraben. Bis zur Übernahme durch Musik Hug leitete die vierte Generation die Geschicke des Familienunternehmens.