Verwundert rieben sich Bankkunden aus dem Schwarzbubenland in den vergangenen Tagen die Augen. Als sie sich den Kontoauszug für den Juli anschauten, stand da nämlich nicht ihr richtiges Guthaben. Stattdessen teilte ihnen ihre Bank mit, dass sich Anfang Monat auf ihrem Konto Null Franken befanden. Da die Belastungen und Gutschriften im Juli korrekt aufgelistet waren, fielen viele Ende Monat ins Minus.

Solche falschen Kontoauszüge flatterten in etliche Haushalte in den Gemeinden des Gilgenbergs, also Nunningen, Zullwil, Meltingen, Fehren und Himmelried. Bei der Raiffeisenbank Laufental-Thierstein liefen daraufhin die Telefone heiss. Viele Bankkunden wollten wissen, weshalb sie kein Guthaben auf dem Konto haben. Ihnen allen erklärten die Mitarbeitenden, dass es sich um einen Fehler handle.

Ein Rechenfehler im System

Wie viele Kunden betroffen waren, gibt Cécile Bachmann, Mediensprecherin Raiffeisen Schweiz, nicht bekannt. Sie bestätigt jedoch, «dass es im Zuge der Migration der Raiffeisenbank Gilgenberg auf das neue Kernbankensystem ACS und der anschliessenden Fusion mit der Raiffeisenbank Laufental-Thierstein zu einer Panne gekommen ist». Aufgrund der einmaligen Konstellation habe es einen Rechenfehler im System gegeben, der im Versand von Kontoauszügen mit dem Saldo Null mündete.

Der Fehler steht in Zusammenhang mit der Fusion der beiden bisher selbstständigen Raiffeisenbanken Gilgenberg und Laufental-Thierstein. Der Zusammenschluss ist mittlerweile abgeschlossen, die Raiffeisenbank Gilgenberg gibt es nicht mehr. Am Standort Nunningen hält die Bank aber fest. In den vergangenen Monaten entstand in der Gilgenberger Gemeinde sogar eine neue Filiale der fusionierten Bank. In Breitenbach eröffnet im Herbst eine neue Filiale der Raiffeisenbank Laufental-Thierstein.

Raiffeisen entschuldigt sich

Mediensprecherin Bachmann betont, dass die Panne nur Kunden der Raiffeisenbank Gilgenberg betraf. «Und davon wiederum nur jene Kunden, die einen monatlichen Kontoauszug wünschen.» Die Kontoauszüge würden korrekt nachproduziert und den Kunden mit einem Entschuldigungsschreiben zugestellt. Die beiden Dokumente sind mittlerweile bei den Betroffenen eingetroffen. Zudem erklärt Bachmann: «Wir weisen ausdrücklich darauf hin, dass die Kontoführung jederzeit korrekt war.» Es seien keine Kunden zu Schaden gekommen. Einmal abgesehen vom kurzen Schock, als sie auf dem Kontoauszug die Null entdeckten.