Kurz und knapp: Schön ischs gsi. Und auch das Wetter hielt, was die Frösche versprochen hatten. Nämlich einen trockenen Liestaler Fasnechts-Umzug. Zwar blinzelte die Sonne nur kurz durch das Gewölk – genau zu jenem Zeitpunkt um 13.45 Uhr, als die Rotstab-Clique den ersten Trommelstoss verlauten liess, und der Umzug begann –, aber es blieb trocken.

Gmeinifäger Fränkedorf, die letzte von 73 Gruppen

Schön ischs gsi, hier ausführlicher: «Scho fertig?», fragte der junge Cowboy seine Mutter ungläubig, nachdem d Gmeinifäger Fränkedorf als letzte von total 73 Gruppen durchs Stedtli gezogen waren. Seine Frage sagt denn eigentlich auch schon genug über den Liestaler Fasnechts-Umzug aus. Er hätte noch etwas länger dauern dürfen, denn er war, wie gesagt, schön. Und er hätte auch durchaus noch etwas mehr Sprutz vertragen, etwas mehr Wucht, mehr Wildheit.

Frankenkraft und Plakatgewirr

Doch soll nicht lamentiert werden über Zweitrangiges. Fasnecht ist Freude pur. Und Fasnecht ist Politik. Auch in Liestal – oder vor allem hier. So wurde der drohende Verkauf von Schloss Wildenstein betrauert oder die Schliessung der Sportbar. Thema Nummer 1 war aber: der Plakatsalat. So nannten es d Närfäsagi und d Gmeinifäger Fränkedorf, für d Chnoblauch-Frässer hingegen war es ein Plakatdschungel. Auch d Sacklüüs kämpften sich durch den Schilderdschungel – als Affen. Statt der traditionellen Orangen warfen sie kreischend mit Bananen. d Pfyfferling sprachen gar vom Circus Plakatissimus und zeigten das auch auf ihrer Laterne, die den Kreis zum Salate schliesst.

Rotstab-Clique bedanken sich beim Franken

Vom Plakat zur Finanz- respektive Eurokrise. d Rhy-Waggis, deutsche Gäste aus Weil am Rhein, zogen als Marionetten an einer griechischen Hand durchs Stedtli, während d Fränkeschränzer Bubendorf als Helvetias Garde, welche die Frankenkonstanz mit der Hellebarde sichern. Die Frankenstärke verleitet auch zum Urlaub. Das setzte die Rotstab-Clique mit Baströckchen, Schwimmflügeli und einem satten «Danke, Franke» um. D Trotzchöpf Lieschtel haben gegen die Krise – und zu ihrem 30-jährigen Bestehen – sogar ihre eigene Bank gegründet.

Eine Landesgartenschau wollen Diä Unglaublichä vor dem Café Mühleisen erkannt haben: «De Radius vo dene grüene Chübel wird immer grösser, de Mühlise brucht bald e eigene Banndag, um die üssere Gränze chöne abzlaufä.» Und auch die Deutschen liess man nicht gänzlich in Ruhe: «Schwobe, Schwobe, nundefaane, wo sell mer au mit dene ane?», fragten die Schnapsbirli Waggis. Derweil grinste «Neuhüsli»-Wirt Fu, als d Wasserturm-Waggis als Chinesen vorbeizogen und den Stau bejammerten, der sich vor Fus Take-away regelmässig zur Mittagszeit bildet.

Fenumenal-Waggis mit  Einkaufswagen von Aldi

Für Heiterkeit sorgten schliesslich die Fenumenal-Waggis, deren Traktor fünf Einkaufswagen vom Lausner Aldi zog anstatt ihrer Bergidylle in Wagenform. Über den grünen Strom wollten sie sich eigentlich das Maul zerreissen – und gingen schliesslich, ganz grün, zu Fuss, weil der Wagen nicht mehr an den Traktor wollte. Selbstredend lachte da die Schadenfreude der Baselbieter über die Gäste aus dem Solothurnischen.