Bald ist es so weit: In acht Tagen strömen wieder Tausende Muba-Begeisterte über den Basler Messeplatz – voller Vorfreude, an der grössten Publikumsmesse der Schweiz die neuesten Trends aus der Modewelt zu bestaunen, über bunte Märkte aus aller Welt zu schlendern und sich kulinarisch verwöhnen zu lassen.

Doch die Muba ist nicht mehr nur eine Einkaufsmesse, wie Messeleiter Chris Eichenberger betont. «Unser Konzept ist, dass die Muba für jede Sparte und somit für Besucher jeden Alters eine Plattform bietet.» Deshalb auch wird die SVP der Kantone Aargau, Solothurn, Baselland und Basel-Stadt in der Halle 2 an einem Stand den Besuchern ihr politisches Credo nahelegen (die bz berichtete). Damit man die Muba in keine politische Richtung drängen kann, schrieben Eichenberger und Simon Dürrenberger, Muba-Kommunikationsleiter, zum ersten Mal sämtliche Parteien an. Zugesagt haben die SP und die BDP Schweiz. Die CVP sagte letzte Woche ab. «Ausgewogenheit ist uns wichtig», erklärt Dürrenberger.

Sowieso stehen an der 95. Muba überdurchschnittlich viele Baselbieter Politiker auf der Gästeliste. Sowohl Regierungsrätin Sabine Pegoraro als auch ihr Amtskollege Jörg Krähenbühl wagen sich in die Kocharena und bereiten vor den Zuschauern ihre Lieblingsmenüs zu. «Grund für das Schaulaufen der Baselbieter Politiker sind die Wahlen und Abstimmungen», ist Eichenberger überzeugt. Und Dürrenberger doppelt nach: «Über die Waffeninitiative stimmt das Volk ja am letzten Muba-Tag ab.» Kommen Politiker auf der Medienbühne zu Wort – täglich findet dort acht Stunden lang ein Live-Programm statt – werden die Themen im Vorfeld von der Messeleitung abgesegnet.

Kinder lernen Funkzeichen

Für die jungen Messebesucher, die noch nichts mit Politik am Hut haben, wartet unter dem Motto «Sports’n’Passion» ebenso ein spektakuläres Angebot. Zwei bis drei FCB-Spieler werden täglich am Stand ihres Clubs vorbeikommen und die Fans mit Autogrammen beglücken. Ein paar Schritte weiter wird gepokert; die besten Teilnehmer ziehen ins Finale ein, das am letzten Messetag stattfindet. Zudem können Technikbegeisterte von Amateuren das Funken lernen. «Die Kinder kommen so in Kontakt mit einem unbekannten, aber spannenden Hobby», erklärt Muba-Leiter Eichenberger. «Sie lernen die Funk-Zeichen und Schülern wird Technologie nähergebracht.»

Zu den Wurzeln der Heimat zurück geht es – wie bereits im letzten Jahr – in der Halle «Herkunft Schweiz». «Aussteller präsentieren dort ausgewählte Schweizer Produkte», führt Eichenberger aus. Ebenso mit kulinarischen Spezialitäten betritt der Gastkanton Zug die Messehalle. Das Ziel der Zuger ist, den Muba-Besuchern klarzumachen, dass man Zug nicht nur auf den Kanton mit den tiefen Steuern reduzieren kann, sondern dass dieser über ein gutes Bildungssystem und eine hohe Lebensqualität verfügt.

In die Welt von «Tausend und eine Nacht» verführt den Muba-Besucher das Gastland Ägypten. Der Stand präsentiert sich mit Nachbildungen von Obelisken, Totenmasken und antiken Figuren. Nach dem Verzicht auf ein Gastland im vergangenen Jahr – obwohl Russland für 2010 zugesagt hatte, klappte es mit der Organisation nicht – sind Dürrenberger und Eichenberger umso glücklicher darüber, dass sie das Land der Pharaonen in Basel beherbergen dürfen.

«Man muss die Muba unbedingt erleben», freut sich Eichenberger auf die bevorstehenden Messetage. Am 4. Februar eröffnet Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf nun die alte Dame der Schweizer Messen.