Seit 25 Jahren schreibt Christoph Frommherz (54), Landrat der Grünen, eigene Theaterstücke. Diesen Samstag findet die Erstaufführung seines Stücks das «Netzwerk» in der Rudolf-Steiner-Schule in Münchenstein statt. Das Stück schrieb er bereits vor 14 Jahren, doch kam er neben Familie, Beruf und Politikerdasein erst jetzt dazu, dieses auf der Bühne umzusetzen.

Von seinen acht Theaterwerken hat er in den letzten Jahren vier Stücke inszeniert, eines davon unter professionellen Rahmenbedingungen. «Vier weitere warten also noch», sagt Frommherz und lacht. Da er viele Akteure aus der Theaterszene kenne, hat er die aktuelle Gruppe selber zusammengestellt. Vier von sieben Darstellern hätten bereits bei der letzten Theateraufführung mitgespielt. «Es handelt sich um Laien», erklärt der Landrat, «doch sind sie talentierte Schauspieler mit viel Bühnenerfahrung».

Seit den Sommerferien seien die Proben im vollen Gange. Besonders diese Woche würde intensiv geprobt. Der Aufwand habe sich gelohnt, und der Autor zeigt sich zuversichtlich: «Wir sind für den Samstag vorbereitet.» Frommherz wohnt in Münchenstein, und seine beiden Kinder sind dort in die Steiner-Schule gegangen.

Seine beiden letzten Theaterstücke führte er ebenfalls in der anthroposophischen Schule auf. «Die Steiner-Schule Münchenstein ist sehr grosszügig und stellt uns ihre Infrastruktur zur Verfügung.» Auch arbeitet der Landrat für die «Netzwerk»-Aufführung wieder mit dem Beleuchtungsteam der Steiner-Schule zusammen.

Theater über Revolutionäre

Die Handlung des Stücks ist so, wie man sie von einem Politiker erwarten könnte: Im Himmel langweilen sich die Revolutionäre Rosa Luxemburg, Wilhelm Tell und Che Guevara. Da Frommherz diese zu Beginn nur beim Vornamen nennt, wird nicht sofort klar, dass es sich um diese bekannten, historischen Persönlichkeiten handelt. Im Theaterstück stösst der kürzlich verstorbene Revolutionär Bill zu ihnen. Dieser hat ein Gerät bei sich, welches ermöglicht, in die Geschehnisse auf der Erde einzugreifen. Dieses Gerät vereint die vier Hauptcharaktere, und sie möchten neue Revolutionen auf der Erde schüren. Helene, die rechte Hand Gottes, ist ihre Gegenspielerin und versucht, sie davon abzuhalten.

«Ich behandle in meinen Theaterstücken allgemeine gesellschaftliche Fragen, aber sicherlich keine tages- oder parteipolitischen Themen», versichert der Landrat. Dies wäre für ihn völlig unangebracht. Frommherz absolvierte zwischen 2010 und 2012 eine Theaterpädagogik-Ausbildung, wobei er sein Wissen vertiefen konnte. Er bietet unter anderem Workshops für Schulen an. «Ich bin mit Herz und Seele dabei, sonst würde ich nicht so viel Aufwand dafür investieren.»

Da er nicht Vollzeit arbeitet und seine Kinder inzwischen erwachsen sind, kann er sich wieder verstärkt seiner Theater-Leidenschaft widmen. Demnächst möchte er aber auch noch seinen zweiten Roman veröffentlichen.

Premiere Samstag, 22.11., 20 Uhr, Rudolf-Steiner-Schule Münchenstein.