1585 – 1537 – 1997: Das sind die Zahlen der Einbrüche im Baselbiet in den Jahren 2010, 2011 und 2012. Und die letztjährige, massive Zunahme dürfte kein einmaliger Ausbrecher nach oben bleiben, sondern Vorgeschmack für ein möglicherweise noch gravierenderes 2013 sein.

Denn die Baselbieter Polizei schreibt in einer Mitteilung: «Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich die Einbruchszahlen seit Monaten auf einem hohen Niveau bewegen.» Dabei steht die eigentliche Einbruchssaison mit den dunklen Wintermonaten erst bevor. Konkrete Zahlen zu den bisherigen Einbrüchen im laufenden Jahr sind allerdings von der Polizei keine zu haben. Sprecher Meinrad Stöcklin beharrt darauf, dass Zahlen nur an der Jahrespressekonferenz jeweils im Frühjahr präsentiert werden, da ansonsten Fehlinterpretationen Tür und Tor geöffnet würden.

Die Polizei versucht nun auf zwei Ebenen, der befürchteten Einbruchsflut zu begegnen. Die eine ist eine Informationsoffensive in den nächsten Wochen unter dem Titel «Achtung Einbrecher und Diebe!».

Verdächtiges sofort melden

Dabei wird die Bevölkerung an sechs Anlässen über praktisch den ganzen Kanton von Sissach bis Reinach darüber aufgeklärt, was sie tun kann (siehe Box). Die Polizei will diese Informationsanlässe aber auch für einen weiteren Appell nutzen, dass die Bevölkerung verdächtige Wahrnehmungen sofort melden soll. Denn niemand kenne die eigene, unmittelbare Umgebung besser als die jeweiligen Bewohner, hält die Polizei in ihrer Mitteilung fest.

Die zweite Ebene gilt den Polizeieinsätzen. Dazu schreibt die Polizei: «Es wird eine spezielle, mehrmonatige und enorm personalintensive Aktion aufgezogen und durchgeführt.» Dies, um die Einbruchszahlen möglichst tief zu halten und «wenn immer möglich» Täterschaften anhalten zu können. Was das alles genau heisst, will Stöcklin nicht ausdeutschen: «Aus polizeitaktischen Gründen können wir uns dazu nicht näher äussern.»

Eine Unsicherheit bleibt allerdings bei diesem forcierten Personaleinsatz: Wenn das Personal die maximal zulässigen 80 Überstunden erreicht hat, muss die Einbruchsprävention gestoppt werden – so geschehen letztes Jahr über die Weih- nachtstage. Stöcklin sagt dazu: «Das lässt sich momentan beim besten Willen nicht abschätzen.»