Seit der Untersuchungsbericht zur Postauto-Affäre vorliegt, ist auch klar, wie viele Subventionen das Unternehmen erschlichen hat: Mithilfe von Buchhaltungstricks hat der Transport-Betrieb in den vergangenen Jahren insgesamt 90 Millionen Franken zuviel abkassiert. Am stärksten von den Tricksereien betroffen sind die Kantone Graubünden mit gut 30 Millionen Franken sowie Tessin mit knapp 14 Millionen Franken.

Die Region Basel wurde um 5,2 Millionen Franken betrogen. Wie hoch der Baselbieter Anteil daran ist, kann Dieter Leutwyler, Sprecher der Baselbieter Bau- und Umweltschutzdirektion, noch nicht sagen. Was jedoch klar ist: «Der Kanton Baselland wird Rückforderungen stellen.» Diese würden von der Verkehrsdirektorenkonferenz koordiniert, in der die Baselbieter Verkehrsdirektorin Sabine Pegoraro Vorstandsmitglied ist. Postauto hat angekündigt, zu viel bezahlte Subventionen vollständig zurückzubezahlen.

Sind Postauto-Linien bedroht?

Im Baselbiet ist Postauto vor allem im Laufental und im Oberbaselbiet vertreten. Es stellt sich nun die Frage, ob der Subventions-Skandal auch Auswirkungen auf Buslinien im Landkanton hat. Denn durch die Tricksereien könnte der Kostendeckungsgrad bei einigen Linien höher liegen als er in Wirklichkeit ist. Fällt der Kostendeckungsgrad unter eine gewisse Grenze, muss der Kanton Baselland diese Linien überprüfen und möglicherweise sogar einstellen.

Bedroht sind Linien, die bereits jetzt einen tiefen Kostendeckungsgrad aufweisen. Dazu gehört etwa die Postauto-Linie Grellingen–Himmelried–Nunningen.