Viele Schulpulte und Stühle aus den ehemaligen Prattler Schulhäusern Burggarten und Schloss leisten wertvolle Dienste in einer Roma-Schule bei Skopje, der Hauptstadt von Mazedonien. Die Schulmöbel könnten in Pratteln nicht mehr gebraucht werden, weil sie entweder veraltet oder nicht mehr Suva-konform seien. Sie seien aber noch in einem soliden und unbeschädigten Zustand, schreibt der Verein Friedensbrugg. Dieser hat den Umzug der Prattler Schulmöbel auf Initiative der ehemaligen Gemeinderätin Denise Stöckli hin organisiert und bezahlt. Ende Januar gab der Gemeinderat grünes Licht. Seit wenigen Tagen nun wird das per Lastwagen transportierte Mobiliar in der Schule in Mazedonien genutzt.

Der Basler Verein Friedensbrugg ist seit zehn Jahren in der Schule Brakja Ramiz und Hamid in der Gemeinde Shutka im Norden Skopjes engagiert. Die Schule wird von 2000 Roma-Kindern im Alter von 6 bis 16 Jahren besucht. Shutka gilt als heimliche Hauptstadt der Roma im Südbalkan und verfügt als autonome Gemeinde über einen eigenen Bürgermeister. Dort leben je nach Saison 60 000 bis 100 000 Roma. Die Armut ist gross. 2016 konnte die Schule einen Neubau eröffnen. In den Klassenzimmern mussten teilweise drei Kinder an einem Tisch arbeiten. Dank der gespendeten Möbel verfügen die Zimmer nun über genügend Tische, sodass die Kinder grosszügiger zu zweit zusammensitzen können. Der Direktor der Schule streicht in der Mitteilung der Friedensbrugg die Verbesserung der Lernsituation hervor.

Basler Verein hilft auch Lehrern

Der Verein hat mit Lehrern der Roma-Schule in der Vergangenheit bereits Seminare durchgeführt, in denen es um aggressive Schüler, neue Lernformen und Integrationspädagogik ging. Der Verein Friedensbrugg wurde 1991 nach Ausbruch des Balkankriegs gegründet. Präsidentin ist die ehemalige CVP-Landrätin Agathe Schuler. (haj)